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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

Zwergkrallenfrosch – Ein possierlicher Winzling Was schaut denn da aus dem Wasser? Das hat sich vielleicht der ein oder andere Besucher der Aquaristikabteilung eines ZOO & Co. Fachmarktes schon mal gefragt. Bei genauerem Hinschauen hat sich das Rätsel dann wahrscheinlich gelüftet – Nasenlöcher, und zwar die eines Zwergkrallenfroschs. Das 2,8 bis 3,5 cm kleine Tierchen ruht sich nämlich liebend gerne auf einer Wasserpflanze sitzend aus und streckt dabei nur seinen „Riecher“ ins Freie, auch, um Fressfeinden wie Vögeln möglichst wenig aufzufallen…

Der Lebensmittelpunkt der niedlichen, ursprünglich aus Westafrika stammenden Hymenochirus-Arten ist das Wasser. Bestens gerüstet ist er dafür u. a. mit Schwimmhäuten zwischen Zehen und Fingern. Ihre Tümpel-Unterwasserwelt verlassen Zwergkrallenfrösche in der Natur nur, wenn sie austrocknet oder nicht mehr genug Nahrung bietet. Dann wandert der Froschlurch auf seinen krallenbewehrten, langgliedrigen Fingern und Zehen zu einer anderen Wasserstelle.

Damit solche Überlandwanderungen aus Not oder Neugier im eigenen Wohnzimmer unterbleiben, müssen alle durchlässigen Stellen in der Aquarium-Abdeckung verschlossen werden, z. B. mit rostfreiem Fliegengitter. Wichtig ist, zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung genügend Platz zu lassen, um dem Frosch ein Auftauchen und Luftschnappen zu ermöglichen. Der Wasserstand sollte also entsprechend angepasst werden. Zu vermeiden sind Spalten, in denen Frösche mit ihrem stromlinienförmig abgeflachten Körper und kleinen Kopf leicht steckenbleiben können.

Wie ein Staubsauger…

Als Nahrung dienen den kleinen Amphibien schlanke, wurmartige Futtertiere wie Rote Mückenlarven oder Bach- und Schlammröhrenwürmer (Tubifex), sowohl als Lebend- als auch als Frostfutter, weil sie hervorragend zu den „Fressmanieren“ der Minifrösche passen. Zwergkrallenfrösche gehören zu den zungenlosen Fröschen und fangen ihre Beute mittels Saugschnappen.

Sobald die Jäger ihre künftige Mahlzeit erspäht haben, fixieren sie diese kurz. Dann katapultieren sie sich mit einem kräftigen Stoß ihrer Beine auf die Beute zu, reißen das Maul auf und saugen mit dem dabei entstehenden Unterdruck das Futter ein. Die Beute wird von einer speziellen Schleimhautfalte und verhornten Erhebungen der Mundschleimhaut festgehalten, bis sie geschluckt wird.

Wohngemeinschaften & Technik

Zur Vergesellschaftung mit Krallenfröschen eignen sich z. B. Zierfische wie Killifische, große Schnecken oder Amano-Garnelen, deren Jungtiere allerdings von den Fröschen verspeist werden könnten. Bei der Vergesellschaftung mit Fischen muss darauf geachtet werden, dass die Frösche genug Futter abbekommen, denn sie brauchen etwas länger, bis sie auf die Beute aufmerksam werden. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie die Zwergkrallenfrösche züchten wollen, denn Fische fressen deren Laich.

Auch ein Artenbecken mit mehreren Zwergkrallenfröschen, die Gruppentiere sind, macht Spaß. Für zum Beispiel acht Tiere empfiehlt sich ein Becken ab mindestens 54 Liter. Um alle Schadstoffe abtransportieren zu können, ist ein leistungsstarker Filter nötig. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 30°C betragen, der pH-Wert bei 6,5 bis 7,8 liegen. Eine 15-Watt-Beleuchtung für 12 Stunden täglich reicht aus, wobei die Frösche auch etwas Schatten in ihrem üppig bepflanzten Aquarium schätzen. Gerne verstecken sie sich nämlich unter großen Blättern, in Moorkienwurzeln oder zwischen Algenbällen. Weil sie es lieben, den Bodengrund nach Nahrung zu durchwühlen, sollte auf Steinanhäufungen verzichtet werden – nicht dass diese beim Wühlen auf die Tiere fallen. Ein Landteil ist für die Wasserfrösche nicht nötig, vielmehr freuen sie sich über Pflanzenteile, die an der Wasseroberfläche schwimmen. Auf diesen „Luftmatratzen“ entspannen sie und tanken Luft. Allerdings atmen Zwergkrallenfrösche nicht nur über ihre Lungen, die über ein extrem hohes Speichervolumen verfügen, sondern zu einem geringen Teil auch über ihre Haut.

Paarungsverhalten & Nachwuchs

Wenn das Männchen in einen rituell anmutenden Tanz ausbricht, hektisch mit den Füßen scharrt und mit den Armen rudert sowie monoton tickende Laute von sich gibt, will er das paarungsbereite, aber anspruchsvolle Weibchen überzeugen. Ist ihm das gelungen, schwimmt das Paar umklammert zur Wasseroberfläche und dreht direkt unter der Wasseroberfläche die Bäuche nach oben. Schließlich laicht das Weibchen ab, während das Männchen gleichzeitig die Eier besamt. Innerhalb mehrerer Stunden kann es 50 bis etwa 300 Laichvorgänge geben, zwischen denen das Paar immer wieder Pausen am Wassergrund einlegt.

Nach ein bis zwei Tagen schlüpfen Kaulquappen, die sich noch ungefähr sechs Tage an Inneneinrichtung und Pflanzen festheften, bevor sie ihren neuen Lebensraum frei schwimmend erkunden. Anders als andere Froschlurchlarven schnappen sie bereits jetzt an der Wasseroberfläche nach Luft, atmen also über die Lunge, obwohl sie noch über kleinste, äußere Kiemen verfügen. Auch ihr Menüplan unterscheidet sich von dem ihrer „Kollegen“: Sie sind Fleischfresser, daher vertilgen sie tierisches Plankton und jagen kleine Krebsarten. Diese saugen sie mit einer Art Mundrohr ein. Das aufgenommene Wasser fließt über ihre Atemlöcher ab. Nach rund 65 Tagen wandeln sich die Kaulquappen zur nächsten Generation der Zwergkrallenfrösche.

ZOO & Co. Tipp

Zwergkrallenfrösche häuten sich gelegentlich. Sollten sie ihre alte Haut nicht innerhalb eines Tages fressen, sollte sie aus dem Aquarium genommen werden.

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