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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

Weisheit im Panzer – Die Griechische Landschildkröte „Haben Sie einer Schildkröte schon mal direkt ins Gesicht gesehen? Sie lächelt. Sie scheint etwas zu wissen, was wir nicht wissen.“* So erklärte der Schriftsteller Michael Ende (1929-1995) seine Sympathie für die Reptilien. Ob die Uralte Morla in „Die Unendliche Geschichte“ oder Kassiopeia in „Momo“, sie alle zeugen von Endes Begeisterung für die gepanzerten Tiere mit den runzligen Mienen, denen der Autor gerne geheimnisvolle Rollen widmete...

Fasziniert war Ende auch von deren Alter: „Nicht nur, dass sie im Einzelnen sehr alt werden können, sondern das Alter ihrer Spezies. Es hat sie schon gegeben, als der Mensch noch in Abrahams Wurstkessel schwamm, und es wird sie vermutlich noch geben, wenn wir längst wieder abgetreten sind.“* So können zum Beispiel Griechische Landschildkröten (Testudo hermanni) sage und schreibe 100, in Ausnahmefällen sogar 150 Jahre alt werden. Wer also mit dem Gedanken spielt, einen oder mehrere der gemächlichen Gesellen bei sich einziehen zu lassen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er im besten Falle einen Bund fürs Leben eingeht. Vielleicht muss sein Freund sogar im Testament erwähnt werden – vorausgesetzt natürlich, die Haltungsbedingungen stimmen…

Sonne, aber in Maßen

Als wechselwarme Tiere sind die tagaktiven Reptilien auf viel Sonne und relativ hohe Temperaturen angewiesen. Ein Sonnenbad weckt ihre Lebensgeister und kurbelt den Stoffwechsel an. Am aktivsten sind Schildkröten im Mai und Juni. Den Großteil des Jahres können sie in einem möglichst großen, sicher eingegrenzten und abwechslungsreich gestalteten Freigehege verbringen, in dem es einen geschützten Unterschlupf gibt. Ideal sind zum Beispiel Frühbeetkästen mit Zugang für die Panzerträger sowie große Steine, welche die während des Tages gespeicherte Wärme nachts abgeben und außerdem natürliche Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten sowie Schattenplätze bieten – denn zu viel Hitze und Sonne vertragen die Tiere nicht. Gerade junge Schildkröten verbringen ihre ersten Lebensjahre im Schatten, wo sie vor Überhitzung und Austrocknung geschützt sind.

Nachts, bei schlechtem Wetter oder in der kalten Jahreszeit schalten die Schildkröten einen Gang zurück. Wichtig ist vor allem eine kühle Überwinterung bei 4 bis 6°C, während der sie in einen zwei- bis dreimonatigen Winterschlaf fallen. Dazu ist ein entsprechend kühler Raum oder ein separater Kühlschrank nötig, in dem sie sich in leicht feuchtem Substrat vergraben können. Wenn diese Temperatur im Unterschlupf des Freigeheges gewährleistet werden kann, können die Reptilien auch ganzjährig Frischluft genießen.

Mediterranes Flair

Im Freigehege der Schildkröten sollte ihr natürlicher Lebensraum rund ums Mittelmeer möglichst nachgebildet sein. Dort leben sie in Höhen von bis zu 1500 Metern und legen auf der Futtersuche im Durchschnitt täglich bis zu 80 Meter in ihren rund zwei Hektar großen Revieren zurück. Besiedelt werden lichte Nadel- und Laubwälder genauso wie etwa Heidelandschaften, Olivenhaine und Gärten.

Für die zwei- bis dreimal im Jahr stattfindende Eiablage sucht die werdende Mutter einen Ort auf, an den sie hohe Anforderungen stellt: Feuchtigkeit, Deckung, Nahrungsangebot und vor allem die Temperatur müssen stimmen. Denn diese entscheidet darüber, ob nach etwa 90 Tagen aus den meist drei bis sechs Eiern, die in einer wieder zugeschütteten Grube abgelegt und von der Sonne ausgebrütet werden, mehr männliche oder mehr weibliche Tiere schlüpfen – übrigens schon komplett mit Panzer ausgestattet. Dessen symmetrische Musterung ist von Schildkröte zu Schildkröte verschieden. Als einmaliger „Fingerabdruck“ wird sie daher in die EU-Papiere aufgenommen, die für die Tiere genauso wie eine behördliche Meldepflicht vorgeschrieben sind.

Paarung in Rüstung

Geschlechtsreif sind die Panzertiere mit urzeitlich anmutenden Hautschuppen ab einem Alter von 6 bis 14 Jahren. Ihr Paarungsritual wirkt wie ein Duell zweier Ritter in voller Rüstung: Das Männchen umkreist das Weibchen hartnäckig und beißt seiner Angebetenen kräftig in die Beine, um sie an einer Flucht zu hindern. Weitere Bisse in den Kopf lassen sie diesen einziehen, wodurch ihr Hinterteil weit genug unter dem Panzer herausgedrückt wird, damit das Männchen sein Vorhaben verwirklichen kann.

Nicht alle Paarungsversuche sind erfolgreich. Für die Arterhaltung besteht aber keine Gefahr, denn das Weibchen kann Samen aus erfolgreichen Versuchen speichern und damit neue, heranreifende Eier befruchten.

Vegetarischer Menüplan

Die Landschildkröten sind Pflanzenfresser, was bei der Haltung berücksichtigt werden muss. Ganz selten verspeisen sie vorbei ziehende Schnecken, beschränken sich aber ansonsten auf Wiesenkräuter wie Löwenzahn und Klee. Ausreichend Wasser ist selbstverständlich, Kalk in Form von Eierschalen oder Muschelgrit ist für das gesunde Wachstum des intensiv gelb-schwarz gemusterten Panzers unabdingbar. Dieser wächst lebenslang und weist Wachstumsringe auf, anhand derer das ungefähre Lebensalter bestimmt werden kann. Der Panzer einer Griechischen Landschildkröte wird bis zu 25 cm lang – neben der hohen Lebenserwartung ist daher auch die Größe, zu der die Tiere heranwachsen können, vor deren Kauf zu bedenken.

Das alles berücksichtigt, können auch Sie in glückliche, weise Augen blicken und versuchen, zu erraten, was Ihr Freund zu wissen scheint…

Lesen Sie mehr über die Haltung der Griechischen Landschildkröte.

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