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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

Blutspenderdatenbank für Katzen Eine Blutspenderdatenbank für Katzen rettet Leben: „Herzblut für Katzen“ – das ist Name und Programm einer privaten Blutspenderdatenbank für Katzen. Gegründet im Frühjahr 2007 von Silvio Fuchs (26) aus Gladbeck, sind inzwischen deutschlandweit rund 1800 Halter mit über 3000 Katzen registriert, weitere in Österreich und der Schweiz. Wie er und sein Team für ihr Engagement belohnt werden und Rückschläge verkraften, hat Silvio Fuchs uns verraten …

Herr Fuchs, auf die Idee, eine Blutspenderdatenbank für Katzen zu gründen, muss man erst mal kommen. Was war der Anstoß dafür?

Silvio Fuchs (SF): Ich habe damals zufällig von einem Kater namens Monty erfahren, der von einem Hund gebissen worden war und dringend Spenderblut brauchte. Da hab’ ich kurzerhand meine Katze als Helfer angeboten. In Notfällen haben Tierärzte nicht viel Zeit, nach Spendertieren zu suchen. Und dass Tierkliniken Katzen nur für Blutspenden halten, widerspricht meiner Vorstellung von Tierschutz. Bevor ich die Datenbank dann gestartet habe, waren viele Recherchen nötig, z. B. zum genauen Ablauf einer Blutspende bei Katzen. Und dann musste ich mich dem Problem stellen, wie wir unsere Idee verbreiten können: Ohne viele registrierte Katzenhalter könnten wir nicht helfen.

Sie arbeiten ehrenamtlich vier bis zehn Stunden täglich mit einem Kernteam von acht Katzenfreunden. Was motiviert Sie?


SF: Wir bekommen sehr viel zurück, nämlich den Dank der Katzen und ihrer Halter, denen wir helfen konnten. Ein Tierleben zu retten, kann man nicht aufwiegen, das ist Dank genug. Und wir freuen uns für jeden, dem wir helfen konnten. Wir haben teilweise noch Jahre später Kontakt, bekommen z. B. Post mit neuen Bildern der Tiere, die dank uns überlebt haben.

Wie läuft eine Mission denn nun ab?


SF: Wir haben feste „Alarmpläne“, die z. B. Fragen enthalten, die beim Erstanruf gestellt werden müssen. Jeder Notfall ist anders, daher müssen wir auch mal improvisieren. In dicht besiedelten Gebieten oder dort, wo häufi ger Blutspenden benötigt werden, haben wir viele registrierte Halter und können sofort helfen. Woanders müssen wir erst nach einem Spender suchen. Aber bislang konnten wir immer helfen. In der Regel beschäftigt uns ein Einsatz mehrere Tage: Es ist nicht allein mit der Spende getan. Wir haben sehr engen Kontakt zu den Katzenbesitzern, kümmern uns um alles und bieten z. B. auch Betreuung für betroffene Halter an.

Sie arbeiten mit Direktspenden, nicht mit Konserven. Warum?


SF: Direktspenden sind in der Regel effektiver und am natürlichsten. Es ist zwar möglich, die Blutspende als Vollblutkonserve für kurze Zeit haltbar zu machen. Das ist aber nur mit gerinnungshemmenden Mitteln möglich, was für den Empfänger unter Umständen problematisch ist. Wir haben einmal eine Blutspende in Berlin genommen, konserviert und per Cargofrachter in 24 Stunden nach Wien gebracht. Die Katze hat überlebt. Der Idealfall ist aber, dass bei einem Notruf aus einer bestimmten Gegend dort in einem Radius von ca. 30 km registrierte Halter von uns kontaktiert werden. Tiertransporte über weitere Strecken vermeiden wir.

Wie vielen Katzen konnten Sie denn schon helfen? Und wie viel Liter „Herzblut“ sind bereits geflossen?

SF: Wir haben bislang ungefähr 70 Katzen mit einer Blutspende retten können. Pro Einsatz werden zwischen 25 und 50 ml Blut entnommen, eine kranke Katze braucht aber meist mehrere Spenden. Wie viele Liter das nun insgesamt schon waren, kann ich gar nicht sagen. Allerdings wurde noch viel öfter Blut gespendet, aber die Empfänger haben leider nicht überlebt. Eine Blutspende ist kein Wundermittel ...

Daran erinnern die Nachrufe auf Ihrer Homepage. Wie verkraften Sie solche Niederlagen?

SF: An diese Tiere zu erinnern, denen wir nicht mehr helfen konnten, es aber dennoch versucht haben, ist uns sehr, sehr wichtig. Gerade weil wir mit Herzblut für jeden Schützling eintreten, nehmen wir so großen Anteil an ihren Schicksalen. Die Nachrufe auf die „Sternenkatzen“ sind auch eine Form der Trauerbewältigung. Aber natürlich reden wir auch im Team darüber und geben uns untereinander Halt. Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen und Ihrem Team noch viel Erfolg.

Das Interview führte Petra Kilburg.

Neben der Blutspenderdatei engagiert sich „Herzblut“ auch in anderen Bereichen: im Tierschutz, u. a. durch Tiervermittlung, bei der Kastration von Straßentieren in Rumänien und mit Hilfstransporten für Rumänien und die Slowakei. „Herzblut“ finanziert sich durch Spenden. In Planung sind ein Fonds, mit dem u. a. Tiere aus finanzschwachen Haushalten unterstützt werden sollen, und die Ausweitung der Aktivitäten nach Benelux.

Weitere Infos: www.herzblutfuerkatzen.de

(aus: ZOO & Co. Kundenmagazin "freunde", 03/10)


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