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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

„Magie“: Wärme entscheidet über Geschlecht Frauen lieben es warm, Männer eher kühl – das stimmt bei sich entwickelnden Reptilien so nicht unbedingt: In der Welt von Echse, Schildkröte & Co. bestimmt oft die Temperatur während der Phase zwischen Eiablage und dem 20. Tag der Ausbrütung (Inkubation) über das Geschlecht des Nachwuchses. Was im Fachjargon „temperaturabhängige Geschlechtsbestimmung“ (temperature dependent sex determination, TSD) heißt, ist nicht nur interessant für den Terrarienfreund, der selbst züchtet, sondern könnte in Zeiten des Klimawandels im natürlichen Habitat einiger Arten langfristig ernste Folgen haben…

Die zunehmende Wärme kann nämlich auf Dauer zu einem Überangebot an dem einen oder anderen Geschlecht führen. Grund zur Katastrophenstimmung besteht glücklicherweise nicht: Je nach Lebenszyklus einer Art würde dieses Dilemma erst in vielen Hundert Jahren in deren Aussterben resultieren. Terrarienfans dagegen können – falls gewünscht – in ihrer Heimtierwelt ideale Bedingungen schaffen, um das Gleichgewicht der Geschlechter aufrechtzuerhalten. Einfach, indem sie die Eier nach der Ablage in zwei verschieden temperierte Nester verteilen. Ob Eier, aus denen Männchen schlüpfen sollen, „Frostbeulen“ oder Sonnenanbeter sind, ist von Art zu Art verschieden. Bei Krokodilen zum Beispiel gibt es bis etwa 30°C Weibchen, ab 34°C fast nur noch Männchen. Bei Temperaturen dazwischen schlüpfen Krokodile beiderlei Geschlechts. Genau umgekehrt ist es bei Schildkröten: Wärme führt eher zu weiblichen Nachkommen. Ob die Tiere mit der Entscheidung, wo und wie sie ihre Eier ablegen, bewusst deren Geschlechterverteilung beeinflussen, ist noch nicht abschließend geklärt. Genauso wenig wie die Frage, nach welchen Kriterien sie diese Entscheidung gegebenenfalls treffen würden. Auf zwei Karten bei der Geschlechterverteilung setzen dagegen Bartagamen, nämlich Erbinformation und Temperatur, wie der Onlinedienst der Welt berichtet. Demnach haben Alexander Quinn und sein Team von der University of Canberra (Australien) Eier von Bartagamen bebrütet. Bei 22 bis 32 Grad hielt sich die Zahl der Weibchen und Männchen die Waage. Bei mehr als 34 Grad schlüpften anschließend fast nur Weibchen, wobei sich zeigte, dass eine Gruppe der Weibchen durch genetische Veranlagung ohnehin Weibchen geworden wäre. Der andere Teil aber hatte eigentlich männliche Geschlechts-Chromosomen, die gegen die hohe Temperatur aber chancenlos waren.

Damit ist die „Magie“ der Temperatur noch nicht ausgebrannt: Sie hat auch Auswirkungen auf die Jungtiere, wie Benedikt R. Schmidt in den „Veröffentlichungen aus dem Naturhistorischen Museum Basel“ (Nr. 28, 2001) berichtet: „Junge Eidechsen und Schlangen, die sich bei hoher oder niedriger Temperatur entwickelt haben, unterscheiden sich nach dem Schlüpfen in der Größe, der Körperform und der Wachstumsrate. Auch das Verhalten ist anders“, so der Reptilienforscher. Die Jungtiere seien auch unterschiedlich aktiv, was ihr Fress-, Flucht- und Thermoregulationsverhalten betreffe. Sogar lebend gebärende Echsen könnten das Geschlecht, Wachstum und Verhalten ihrer Nachkommen beeinflussen, „durch die Häufigkeit eines Sonnenbads“. Übrigens wird auch die Geschlechterentwicklung einiger Fischarten von der Temperatur, nämlich der des Wassers, beeinflusst, wie Forscher vom Institut für Meereswissenschaften in Barcelona herausgefunden haben. Betroffen seien vor allem südamerikanische Buntbarsche.

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