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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

Good Morning, America Land der Supersalamander

Die USA, das Land der Superlative, könnte man auch übersetzen mit "United States of Amphibians", sprich "Vereinigte Staaten der Amphibien". Die Artenvielfalt an Froschlurchen in den USA kann fast mithalten mit der in den Hot Spots der Tropen. Und wenn es um Schwanzlurche geht, also Molche und Salamander, sind die USA sogar Spitzenreiter weltweit.

Nirgendwo sonst als in den USA gibt es auch nur eine annähernd so große Zahl verschiedener Arten von Urodelen, wie die Schwanzlurche als systematische Gruppe in der Zoologie heißen. Und es werden immer noch neue Arten entdeckt. Einerseits dadurch, dass bisher als Farbvarianten angesehene Formen durch genetische Untersuchungen als eigenständige Arten erkannt werden, andererseits aber auch durch völlige Neuentdeckungen. Die jüngste dieser neuen Arten ist der Südliche Zwergsalamander (Plethodon organi Crespi, Brown & Rissler, 2010) von den Whitetop Mountains im Bundesstaat Virginia. Und es wird sicher nicht die Letzte sein.

Denn die USA gelten gleichzeitig auch als Ursprung dieser Tiergruppe insgesamt. Dieser lag in den Appalachen, dem ältesten Gebirge der Welt, das heute durch Erosion bereits deutlich an Höhe eingebüßt hat. Aber die Jahrmillionen gaben der Natur auch die Zeit, eine besondere Vielfalt zu entwickeln. In den Appalachen, die sich etwa von Pennsylvania im Norden südwestwärts bis nach Alabama erstrecken, findet sich die größte Artenvielfalt an Schwanzlurchen überhaupt. Viele dieser Arten sind sogenannte Endemiten, kommen also nur innerhalb eines eng umgrenzten Gebietes vor, manchmal nur auf einer Bergkette oder in einem Tal. In einigen Fällen nur auf ein paar Quadratkilometern.

Halt die Luft an!


Alle reden vom Energiesparen, die Natur praktiziert das seit Jahrmillionen äußerst erfolgreich. Die Atmung eines Wirbeltieres macht einen Großteil seines gesamten Energieverbrauchs aus. Bei Warmblütern deutlich mehr als bei Kaltblütern, aber auch bei den wechselwarmen Amphibien besteht ein hohes Einsparpotenzial. Die Lungenlosen sind eine eigene Familie innerhalb der Schwanzlurche und ihr Name sagt bereits, was sie von den "Echten Salamandern" unterscheidet: Sie haben keine Lungen und atmen ausschließlich über die Haut. Das spart viel Energie, hat allerdings auch den Nebeneffekt, dass der gesamte Stoffwechsel langsamer läuft, weil eben nicht so viel Sauerstoff zur Energieerzeugung zur Verfügung steht. Außerdem schränkt diese sehr primitive Form der Atmung die möglichen Lebensräume stark ein. Nur in wirklich feuchter und kühler Umgebung können diese Lurche überleben.

Was sie nicht daran ungehindert hat, sich in fast der gesamten Welt auszubreiten. Von den heute bekannten rund 350 Arten leben über 70 % in der Neuen Welt, von Quebec im Norden bis Bolivien im Süden. In den USA alleine sind es um die 150 Arten. Die Arten der Gattung Ensatina leben im Westen der USA entlang der Pazifikküste vom Bundesstaat Washington bis nach Südkalifornien überwiegend in den feuchten Nadelwäldern dieser Region, so zum Beispiel die wunderschönen Ensatina eschscholtzii xanthoptica. Die Unterart Ensatina eschscholtzii croceater aber findet sich in den Tehachapi Mountains unmittelbar am Rande der Mojave-Wüste.

Tigersalamander: Große Klappe mit Charme


Noch ein Superlativ: In den USA leben die größten Landsalamander der Erde, die Tigersalamander. Diese nahen Verwandten der Axolotl (s. "freunde" 03/2010) sind eigentlich gar keine Salamander, sondern Molche. Aber was macht eigentlich den Unterschied aus? Die Definition stammt aus den Anfängen der Zoologie in Europa und hier sind Molche die Schwanzlurche, die zur Fortpflanzung ins Wasser wandern, dort ihre Eier ablegen und danach das Wasser wieder verlassen, wenn sie nicht sogar ganzjährig im Wasser bleiben.

Salamander hingegen, Feuersalamander in erster Linie, können nicht schwimmen, sobald sie nach der Metamorphose das Wasser verlassen haben. Sie setzen ihre Larven lediglich im Wasser ab. Oder wie die Alpensalamander voll entwickelte Jungtiere an Land. Diese Grenzen verschwimmen bei den Schwanzlurchen aus den USA oftmals. Es gibt Arten wie den Marmorsalamander, die Eier in Senken an Land ablegen und bewachen, bis diese durch starke Regenfälle überflutet werden und die Larven schlüpfen. Andere, wie die lungenlosen Ensatina, legen ihre Eier an Land ab und betreiben Brutpflege, bis voll entwickelte Jungtiere schlüpfen.

Tigersalamander hingegen gehen zum Ablaichen ins Wasser, bleiben dort für einige Zeit und verlassen es, wenn oder kurz bevor die Larven schlüpfen. Die Wanderungen zu den Laichgewässern und wieder zurück in ihren Landlebensraum sind meist auch die einzige Chance, um Tigersalamander zu finden. Den Rest des Jahres verbringen sie unter der Erde, je nach Art in Wühlmausbauten, unter Fallholz oder in Karsthöhlen. Tigersalamander kommen in unglaublichen Anzahlen und diversen Farbmorphen vor, von Blau mit gelben Flecken über Schwarz mit goldenen Flecken und Braun mit Olivgrün marmoriert bis zu Grün mit gelben Punkten beim Östlichen Tigersalamander (Ambystoma tigrinum). Der Westliche Tigersalamander (Ambystoma mavortium) hat eine Reihe sehr unterschiedlicher Unterarten ausgebildet, die zwischen 15 cm und knapp 40 cm groß werden und sich in Schwarz mit gelben Bändern zeigen oder dunkelgrün sind mit schwarzen Tüpfeln oder eine Netzzeichnung tragen. Eine große Klappe sprich Maul haben sie alle und schnappen nach allem, was sich bewegt und verschlungen werden kann, von der Grille bis zur Maus. Dabei schnappen sie mit einer Schnelligkeit und Härte zu wie eine Klapperschlange. Kaum eine Grille entkommt diesem Angriff. Und selbst dicke Tauwürmer werden einfach in der Mitte durchgebissen.

Tödliche Täuschung

Und eine Art von Ensatina-Salamandern nutzt dies sehr geschickt. Es sind die Ensatina eschscholtzii xanthoptica, die in ihrer Färbung und Zeichnung die Rauhäutigen Molche täuschend imitieren. Diese Mimikry genannte Strategie scheint zu funktionieren, denn beide Arten sind in ihren gemeinsamen Lebensräumen in großen Population zu finden. (Steffen Hellner, freunde 4-10)


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