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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

Ein echter Frauentyp: Gestatten, Axolotl „Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami ... bist nicht schön, doch charmant, ist nicht klug, doch sehr galant, Bel Ami ...“ So heißt es in einem Lied über einen offensichtlich nicht gerade auffallend schönen Mann, der die Frauen eben mit Charme und einem Lächeln betört.

Hätte das Lied von einem Haustier gehandelt, es müsste den Axolotl gemeint haben. Schön ist er höchstens auf den zweiten Blick. Aber sein Lächeln steht kein bisschen hinter dem der Mona Lisa zurück. Tatsächlich sind es vor allem Frauen, die sich für Axolotl als Aquarienbewohner begeistern. Woran das Gesicht des Axolotl zweifelsohne einen großen Anteil hat: seine Maulspalte ist an beiden Enden leicht nach oben geschwungen, was ihn nach menschlichem Empfi nden immer lächeln lässt. Dazu diese süßen Knopfaugen auf dem breiten Kopf, an dem links und rechts rosa Kiemenbüschel abstehen wie Korallenäste. Vier Beine, ein plumper Körper, ein langer, abgeflachter Schwanz mit hohem Schwimmsaum. Faszinierend auch die ewige Jugend: Axolotl werden nie erwachsen, sondern bleiben im Larvenstadium, in dem sie sich auch fortpflanzen. Ursache dafür ist eine Unterfunktion der Schilddrüse – das ist der Axolotl.

Ein merkwürdiger Name, der aus der Sprache der Azteken stammt und so viel wie „Wassergott“ bedeutet. Was die Azteken und bis vor wenigen Jahren auch die Mexikaner aber nicht davon abhielt, die Axolotl zu Abertausenden für den Verzehr und die traditionelle Medizin zu fangen und dadurch letztlich an den Rand der Ausrottung zu bringen. Die Wildform gilt seit Anfang 2010 offiziell als ausgestorben. Die Hoffnung für das Überleben dieser Art ruht nun auf einem Zuchtprojekt in Mexiko und einer Zuchtlinie in Deutschland, die möglicherweise reinerbige Axolotl sind. Eine Frage, die derzeit mit Untersuchungen des Erbgutes beantwortet werden soll.

Die Heimat des Axolotl war der Lago Xixomalco (sprich: Schischomalko) in der Nähe von Mexiko City. Heute leben unzählige Nachfahren in den Aquarien rund um den Globus, wenngleich man feststellen muss, dass diese eigentlich nur halbe Axolotl sind. Warum auch immer, kreuzte ein amerikanischer Wissenschaftler namens Humphrey in den 1960er Jahren ein Axolotl-Weibchen mit einem albinotischen Tigersalamander, weshalb man diese Zuchtlinie „Humphrey-Axolotl“ nennt. Das Ergebnis waren Axolotl, die äußerlich kaum von reinerbigen („echten“) Axolotln zu unterscheiden waren, aber zahlreiche Mutationen zur Folge hatten. Heute dürften fast sämtliche in den Aquarien dieser Welt gehaltenen Axolotl solche Humphrey-Axolotl sein.

Weiß ist Trumpf


Die beliebtesten Farbformen des Axolotls sind Albinos, Weiße, Goldalbinos und Melanoide. Die Albinos und Goldalbinos gibt es in unterschiedlicher genetischer Ausprägung, reinweiß oder mit rosa Schimmer bzw. von Dotter- bis Zitronengelb.

Die Weißen werden fälschlicherweise „Leuzisten“ genannt, sind aber auch eine Gendefektform, die möglicherweise aus einem einzelnen Wildtier stammt, das bereits 1868 nach Paris exportiert worden war. Melanoide sind noch sehr selten in Europa, was sich dank einiger jetzt vorhandener reinerbiger Zuchtpaare bald ändern wird. Melanoide sind rein schwarze Axolotl, bei denen je nach Stimmung und Beleuchtung manchmal noch die ursprüngliche dunkle Fleckung zu erkennen ist. Copper sind hellbraune Axolotl mit feinen dunkelbraunen Tupfen und möglicherweise eine albinotische Form. In letzter Zeit wurde eine weitere Unterart des Tigersalamanders (Ambystoma mavortium melanostictum) in Axolotl eingekreuzt. Das Ergebnis sind grünlich gefleckte Tiere.

Äußerst selten treten mehrfarbige Exemplare auf, „Harlekine“ oder „Schecken“ genannt. Der Erbgang, der zu solchen Tieren führt, ist noch nicht völlig enträtselt. Möglicherweise handelt es sich um einen Erbgang mit mehreren beteiligten Genen, was deren enorme Seltenheit erklären würde. Selbst das weltweit führende Ambystoma Stock Center in den USA hatte in Jahrzehnten der intensiven Zucht nur einen einzigen dreifarbigen Axolotl. Ebenso wenig wird man in Europa einen „Leucht- Axolotl“ sehen. Diese wurden durch den Einbau des Leuchtgens einer Quallenart gentechnisch manipuliert und sehen bei üblicher Beleuchtung ganz normal aus. Aber im Dunkeln mit UV-Licht beleuchtet, fluoreszieren sie in Gelbgrün. Derart gentechnisch veränderte Organismen sind in der EU verboten und dürfen nur in Laboren unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gehalten werden. In den USA und Asien kann man sie hingegen ganz legal kaufen.

Bescheidene Lebensansprüche

So kompliziert der Name und die Genetik sind, so einfach sind im Grunde die Lebensansprüche des Axolotls: Das Wasser ist sein Element und sollte eher hart als weich sein, ideal sind 10–25 °dGH. Über die Temperaturen gibt es unterschiedliche Ansichten. Einen strengen Winter im Gartenteich würde kaum ein Axolotl überleben. Einen heißen Sommer im Aquarium wohl auch nicht. Bewährt hat sich die ganzjährige Haltung im unbeheizten Aquarium, wobei die Temperaturen im Winter deutlich absinken, im Sommer aber nicht längerfristig über 25 °C ansteigen dürfen. Alles dazwischen ist unserem Axolotl recht. Wenn dazu noch ein jahreszeitlicher Rhythmus mit unterschiedlichen Tageslängen kommt, umso besser. Licht ist eigentlich auch nur in diesem Zusammenhang relevant, weil Axolotl keine Augentiere sind – blind sind sie zwar nicht, aber viel mehr als hell und dunkel zu unterscheiden, ist ihnen wohl nicht gegeben.

Vielmehr verlassen sie sich auf Geruchs- und Tastsinn: Ihr Futter finden sie mit der Nase am Boden, besonders gut sozialisierte Exemplare fressen auch aus der Hand. Axolotl sind nicht wirklich wählerisch und fressen verschiedenste Futtersorten. Oft werden Pellets verfüttert – dabei muss darauf geachtet werden, dass der Jodgehalt unter 3 mg/kg liegt. Sonst wird die Schilddrüse aktiviert, wodurch die Tiere in die Metamorphose kommen und zu Landtieren werden könnten. In jedem Fall optimal ist eine abwechslungsreiche Ernährung auf natürlicher Basis. Willkommen sind Regen- und Tauwürmer. Auch Frostfutter auf Rinderherzbasis ist gut geeignet, ebenso Muschelfleisch, Tintenfisch (gut abspülen) und jedes gefrorene Lebendfutter wie Bachflohkrebse, rote Mückenlarven, Artemia.

Bis 25 cm Gesamtlänge ist bei knapp zweijährigen Axolotln Standard. Über die Jahre kommen dann noch ein paar Zentimeter dazu, wobei die Endgröße sich meist bei 30–35 cm einpegelt. Im Einzelfall sollen schon an die 40 cm erreicht worden sein. Entsprechend darf das Aquarium nicht zu klein sein, 80 cm Kantenlänge ist die absolute Untergrenze für zwei Tiere. Die Einrichtung kann einfach sein: feiner Sand als Bodengrund. Grober Kies ist ungeeignet, weil dieser beim Fressen verschluckt und dann gefährlich werden kann. Große Steine und Höhlen, ob natürliche oder künstliche, sind immer gut. Pflanzen sind dem Axolotl egal, das ermöglicht ein dezent beleuchtetes Becken, was der natürlichen Lebensweise sehr entgegenkommt. Dann fühlen diese ewig Jugendlichen sich wirklich wohl, dösen vor sich hin und schauen mit ihrem unvergleichlichen Lächeln hinaus in die Welt, in der wir leben. (dw)

(Aus: ZOO & Co. Kundenmagazin "freunde", Ausgabe 03/10)

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