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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

Die bunte Welt der Frösche Zweifarbig oder dreifarbig - alles andere als eintönig

Pfeilgiftfrosch - dieser Begriff weckt sofort Assoziationen wie aus einer anderen Welt. Eingeborene, die mit Lendenschurz und Blasrohr durch den Regenwald pirschen, im Dickicht der Urwaldriesen, 20, 30, ja 40 Meter über dem Boden einen Affen erspähen, dann geschwind das Blasrohr mit dem Tod bringenden Pfeil laden und in einem übermenschlich anmutenden Zusammenspiel von Gleichgewichtssinn, Sehschärfe und Atemvolumen das vergiftete Geschoss auf die ahnungslose Beute abfeuern.

 

Sie sind schön, aber nicht schaurig

 


Es gibt weit über hundert Arten von Fröschen der Familie Dendrobatidae, die im Volksmund Pfeilgiftfrösche genannt werden, aber nur zwei Arten davon haben das Giftpotenzial und wurden nachweislich auch für das Vergiften von Pfeilen eingesetzt. Die anderen Arten sind vergleichsweise harmlos, aber immer noch giftig genug, um ungenießbar zu sein. Die eine Art trägt den dramatisch klingenden wissenschaftlichen Namen Phyllobates terribilis, auf Deutsch: Schrecklicher Pfeilgiftfrosch. Dessen Schwesterart, die etwas kleiner bleibt und bunter gefärbt ist, ist der Zweifarbige Blattsteiger (Phyllobates bicolor). Wobei auch zweifarbig hier nicht für alle Lokalformen zutrifft, da es neben gelb-schwarzen auch gelb-schwarz-grüne Standortvarianten gibt. So giftig diese Frösche in der Natur auch sind, in menschlicher Obhut verliert sich das Gift mit der Zeit und Nachzuchten haben es praktisch gar nicht mehr oder nur noch ganz minimal. Es scheint so zu sein, dass die Frösche das Gift oder dessen Vorstufen aus ihren natürlichen Beutetieren beziehen, es aber nicht selber aufbauen können. Gut, als Schutz vor Fressfeinden brauchen sie es im Terrarium auch nicht, aber das Gift dient sehr wahrscheinlich auch dazu, Parasiten und Krankheitserreger fernzuhalten oder abzutöten. Da diese üblicherweise nicht in Terrarien vorkommen, scheint das fehlende Gift hier auch entbehrlich zu sein. Jedenfalls zählen Zweifarbige Blattsteiger, deren Name sich daraus ableitet, dass sie in der Laubschicht des Waldes leben, zu den robustesten und vermehrungsfreudigsten Fröschen in der Terraristik.

 

Selbstbewusst, gesellig und verfressen



Während viele Dendrobaten scheue Einzelgänger sind oder die traute Zweisamkeit als Paar bevorzugen und andere Angehörige ihrer Art aus ihrem Revier vertreiben, sind Zweifarbige Blattsteiger sozusagen das Partyvolk. Man sieht praktisch jeden Frosch jederzeit, weil ein so giftiger und schöner Frosch sich nicht zu verstecken braucht. Je nach Größe des Terrariums können problemlos vier oder mehr dieser Frösche zusammen gehalten werden, ohne dass es die kleinste Auseinandersetzung gibt. Frosch versteht sich, selbst bei der Fütterung, vorausgesetzt, es ist für alle genug da, denn "der Bicolor" ist ein gieriger Fresser und alles andere als wählerisch. Deshalb muss man darauf bedacht sein, Maß zu halten und bei ausgewachsenen Fröschen einen wöchentlichen Fastentag einzulegen. Im Gegensatz zu Arten wie dem Färberfrosch (Dendrobates tinctorius), der größere Futtertiere verschmäht, macht ein Zweifarbiger Blattsteiger auch bei einer Stubenfliege kein Federlesen. Das macht seine Pflege doch einfacher, weil über die üblichen Springschwänze, Mikrogrillen und Fruchtfliegen hinaus auch Ofenfischchen, kleine Wachsmaden und tropische Asseln den Speiseplan bereichern können. Die Futtertiere werden aktiv verfolgt, was quasi tägliche wunderbare Jagdszenen beschert. Das als typisches Regenwaldterrarium eingerichtete Domizil bietet durch seine Bepflanzung und Einrichtung reichlich Gelegenheit, nach sich versteckenden Futtertieren zu suchen, was die zweifarbige Froschsippe auch mit Hingabe tut.

Musikalisches Liebeswerben


Bei aller Harmonie in der Gemeinschaft der Frösche, wenn es um den Nachwuchs geht, werden andere Töne angeschlagen. Und die sind für Dendrobaten vergleichsweise laut. Keine Sorge, ein Blattsteiger ist kein Laubfrosch und sein akustisches Liebeswerben erinnert an das Trillern eines kleinen Vogels oder einer Grille. Bei mehreren Männchen verläuft der Tag fast immer nach dem Motto "Wir machen Musik". Aber dieser Gesang ist niemals lästig und bei einsetzender Dämmerung schnell verstummt.

In ihrer Heimat Kolumbien, wo die Zweifarbigen Blattsteiger im Regenwald an der Westküste vorkommen, ist es das ganze Jahr durch ziemlich gleichmäßig feucht und warm. Die Temperaturen liegen tags bei 23 - 26°C und sinken über Nacht um 2 - 4 Grad ab. Dies ist im Terrarium meist schon durch das Ausschalten der Beleuchtung zu erreichen. Eine automatische Sprühanlage ersetzt idealerweise das Sprühen mit der Sprühflasche und vergisst dies auch nicht. Durch Sprühen am Morgen und Abend wird eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 % erreicht, die dann im Verlauf des Tages auf 70 - 80 % abfällt. Unter diesen Bedingungen fühlen sich Zweifarbige Blattsteiger wohl und entführen ihren Pfleger jeden Tag in eine Welt, die bunt ist und voller Leben.

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