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Presse-Bereich: Aktuelles aus der ZOO & Co. Welt

„Der zunehmende Geschmack für Natürliches“ Aquarienliebhaber können sich glücklich schätzen. Mit der derzeitigen Aquarientechnik und ihrem Wissen können sie ideale und naturnahe Lebensbedingungen für Zierfische und wirbellose Tiere schaffen. Das war nicht immer so. Die Anfänge der Aquaristik Mitte des 19. Jahrhunderts waren durch mangelndes Wissen über die Lebensbedingungen der Fische und durch technische Widrigkeiten gekennzeichnet.

Der breiteren Öffentlichkeit wurden Aquarien erstmals 1851 auf der Weltausstellung in London vorgeführt. Gusseiserne Rahmen hielten hier die Aquarienscheiben zusammen. Diese Weltneuheit wurde auch in Deutschland interessiert beobachtet. So erkannte der Naturforscher, Schriftsteller und Pädagoge Emil Adolf Roßmäßler aus Leipzig die Zeichen der Zeit und veröffentlichte 1856 in der Zeitschrift „Gartenlaube“ einen Aufsatz über den „See im Glase“. Darin gab er Tipps, wie ein Süßwasseraquarium einzurichten ist. Das Aquarium sei ein „erfreuliches Zeichen der Zeit für den zunehmenden Geschmack für Natürliches“, schrieb Roßmäßler. Er empfahl das Aquarium gerade für Kinder, da diese damit an den vertrauten Umgang mit der Natur gewöhnt werden. Die Kaltwasserfische Elritze, Schlammpeitzger und Goldfisch eigneten sich dem Roßmäßler zufolge besonders für den Aquarienbesatz. Das Interesse und die Anfragen zum Thema waren riesig, so dass weitere Veröffentlichungen folgten. Viele wollten mit ihrem Aquarium zum „Hobby-Naturforscher“ werden. Seitdem gilt der Naturforscher als „Vater der deutschen Aquaristik“. 1869 wurde dann das erste öffentliche Aquarium in Berlin eröffnet. Um 1900 zählte man bereits 100 Aquarien- und Terrarien-Vereine in Deutschland. Es wurde schick, so genannte Salon-Aquarien oder zumindest ein Goldfischglas im Haus aufzustellen.

Doch für viele gehaltene Zierfische waren die ersten Jahre der Aquariengeschichte eine harte Zeit. So wurden die Aquarien teilweise noch mit Kerzen oder Petroleum-Lampen beheizt, die unter dem Wasserbecken aufgestellt wurden. Bekannt war auch, dass Fische Sauerstoff im Wasser benötigen. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Alexander von Humboldt und der Franzose Jean-Michel Provencal entdeckt, dass Fische dies im Wasser aufnehmen. Bei den ersten Aquarien gab es daher den Rat, viele Wasserpflanzen als Sauerstofflieferanten einzusetzen. Außerdem könnten diese den Fischkot als Dünger verwerten. Letztlich war eine ausreichende Sauerstoffzufuhr auf diese Weise nicht möglich. Viele Tiere verendeten nach einigen Monaten aufgrund von Sauerstoffmangel. Für Aquarienliebhaber war schließlich klar, dass ohne technische und chemische Unterstützung kein Biotop hinter Glas machbar ist. Nun sollten kleine Springbrunnen für die Durchlüftung des Aquariums sorgen. Aber auch mechanische Pressluftbehälter, die über eine Luftpumpe gefüllt wurden und kontrolliert Sauerstoff ins Wasser abgaben fanden um 1900 ihren Kunden. Damit konnte mehr als einen halben Tag lang das Aquarium mit Sauerstoff versorgt werden. Die große Nachfrage nach Aquarien und schönen Zierfischen führte dazu, dass vor Beginn des 1. Weltkrieges viele Tiere aus Übersee importiert worden sind. In großen Städten wie Dresden entstanden sogar große Zierfischzüchtereien.

Mit zunehmendem Wissen über die natürlichen Lebensbedingungen der gehaltenen Fische, wurde die Aquarientechnik immer ausgefeilter. Der künstliche Lebensraum Aquarium sollte möglichst einer naturnahen Umgebung entsprechen. Die größten technischen Änderungen gab es dann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wurden bis Ende der 1960er Jahre Rahmenaquarien mit eingekitteten Glasscheiben oder Vollglasaquarien mit maximal 20 Liter Fassungsvermögen verwendet, konnte mit der Erfindung des Silikonklebers auf den Rahmen verzichtet werden. Der Durchbruch zur Aufrechterhaltung einer guten Wasserqualität gelang 1963 dem Ingenieur Günther Eheim mit der Entwicklung des Aquarien-Saugfilters. Dieser so genannte Topffilter saugt das Wasser von unten ein, leitet es durch verschiedene Filtermassen und pumpt es dann von oben wieder heraus. Heute wird vor allem auch Wert auf biologische Filter gelegt. Diese sollen zum einen grobe Schwebstoffe oder Pflanzenteile aus dem Wasser herausfiltern, zum anderen sollen im Filter sich Bakterien ansiedeln, die helfen, das ökologische Gleichgewicht im Aquarium aufrechtzuerhalten Bei der Beheizung des Aquariums gelang ebenfalls in den 60er Jahren ein Durchbruch. Der Ingenieur Eugen Jäger entwickelte erstmals den Aquarium-Heizstab, der die Temperaturregulierung wesentlich erleichtert hat. Mittlerweile sind in den Heizstäben Messsonden integriert, die gradgenau die Beheizung steuern. Aber auch elektronikgesteuerte Geräte, die zeit- oder tageslichtgesteuert Temperaturen an die Bedürfnisse der Zierfische anpassen, stehen Aquarienfreunden zur Verfügung. Mit der Entwicklung spezieller Leuchtstofflampen ist zudem die Pflege von Wasserpflanzen deutlich verbessert worden.

Ein neuer Trend sind die kleinen und schicken Nano-Aquarien. Aquarienliebhaber besetzen diese mit Pflanzen, faszinierenden Garnelen oder Zwergkrebsen. Zierfische finden heute in den selbst geschaffenen Biotopen hinter Glas naturähnliche Bedingungen. Aber nicht nur sie sind die Gewinner einer ausgefeilten Aquarientechnik. Auch Aquarianer haben heute viel länger Freude an ihrem „See im Glas“.

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