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Die Meistersinger - Kanarienvögel absolvieren ein fast einjähriges Gesangsstudium Je nach Art um die 15 Zentimeter lang und nur 25 Gramm schwer, aber dennoch ganz groß! Seit Jahrhunderten erobern Kanarienvögel mit ihrem herrlichen Gesang die Herzen von Vogelfreunden in aller Welt. Wir porträtieren die kleinen Sänger, die es heutzutage in vielen leuchtenden Farben gibt.

Lebenslust pur: Wenn Kanarienvögel singen, hält man automatisch inne, um zu lauschen. Die kleinen Flieger beherrschen bis zu 40 verschiedene Noten pro Sekunde und komponieren daraus schmetternde Melodien. Diese Sangeskunst ist ihnen jedoch nicht vollständig angeboren. Kommen kleine Kanarienvogelmännchen auf die Welt, geben sie zwar erste Töne von sich, aber erst nach vier bis fünf Wochen beginnen sie mit ihrer rund 300 Tage dauernden Gesangsausbildung. Eine wichtige Vorbildrolle spielt hierbei der Vogelvater, an dessen Gesang sich der Nachwuchs orientiert. Aber auch anderen Kanarienvögeln wird gelauscht und das Gehörte nachgeahmt. Wie alle guten Musiker zeichnen sich Kanarienvögel also nicht nur durch ihren Gesang, sondern vor allem auch durch ihr hervorragendes Gehör aus.

Der Gesang der lustigen kleinen Gesellen aber ist es, der ihnen zum Siegeszug durch die ganze Welt verholfen hat. Ihren Ausgang fand die Reise, wie der Name der Vögel schon sagt, auf den Kanarischen Inseln, aber auch auf Madeira und den Azoren. Dort leben noch heute die Vorfahren unserer Kanarienvögel, die Kanarengirlitze. Offenbar waren schon die Seefahrer vor mehr als 500 Jahren begeistert von deren Gesang und brachten sie von ihren Reisen mit auf das europäische Festland.

So besonders waren die kleinen Sänger, dass sie Königen zum Geschenk gemacht wurden: Der spanische Königshof erhielt die ersten Tiere vom Eroberer der Kanaren, dem Adligen Jean de Béthencourt. Bald wurden die Vögel auch am französischen Königshof gehalten und galten als Luxus; spätestens von 16. Jahrhundert an züchtete man sie außerdem im Königreich England. Königin Elisabeth I. war so begeistert von den kanarischen Sängern, dass sie eigens Bedienstete abstellte, die sich um das Wohlergehen der Tiere zu kümmern hatten.

Die eigentlichen Züchter der Kanarienvögel aber waren Mönche. Die Klöster sahen in den beliebten Tieren einen lukrativen Importschlager und begannen, sich mit der Nachzucht zu beschäftigen. Dabei stand die Farbgebung der ursprünglich grün-grauen Vögel zunächst gar nicht so sehr im Vordergrund – gezüchtet wurde vielmehr nach Gesangskunst. Wer am schönsten tirilierte und die kompliziertesten Strophen hervorbrachte, war besonders wertvoll. Erst später sorgten wahrscheinlich Farbmutationen für die Erkenntnis, dass man doch auch einen rein gelben Kanarienvogel züchten könne. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Vererbungslehre in diesen Zeiten noch gar nicht bekannt war – erst der Naturforscher Johann Gregor Mendel stellte im 19. Jahrhundert die wichtigen Grundregeln dafür auf.

Heute werden Kanarienvögel mit unterschiedlichen Zielrichtungen gezüchtet: Manche Halter spezialisieren sich auf Gesang, andere legen Wert auf Farbe oder Positur oder versuchen eine Mischung aus toller Farbe und schönem Gesang. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Unterarten hinsichtlich des Aussehens – manche Vögel werden mit bis zu 20 Zentimetern etwas größer als die herkömmlichen Kanarienvögel, andere leuchten in Schneeweiß, Orange, Schoko braun oder Dunkelrot. Züchter geben den Farbschlägen die schönsten Namen: Grauflügel, Isabellrot, Albino.

Doch man muss längst kein Züchter sein, um erfolgreich Kanarienvögel zu halten. Wir wissen heute viel über die optimalen Bedingungen. Die Tiere werden zwar nicht immer so zahm wie beispielsweise Wellensittiche, aber das gleichen sie durch ihre muntere Art und ihren Gesang aus. Optimal ist das größtmögliche Vogelheim, das nicht im Zug oder in der prallen Sonne stehen darf. Täglich frisches Wasser, außerdem Versorgung mit Mineralien (beispielsweise Sepiaschale) und Vitaminen sowie Einstreu und spezielles Futter für Kanarienvögel gehören dazu. Beachte: Kanarienvögel können bis zu zwölf Jahre alt werden! Wer die Haltung in Betracht zieht, sollte diese Zeitspanne einrechnen. Gedankt wird es dem Halter mit guter Laune und herrlichem Gesang! (aa)

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