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Der Ziegensittich Wer ständig meckert

Irritiert schaut das Mädchen umher, dann fragt es laut die Mutter: "Wo sind denn die Ziegen?" Die Mutter schaut sich aber ebenso verwirrt in der Gegend um, denn Ziegen sind tatsächlich nirgendwo zu entdecken. Woher kommen aber dann die meckernden Rufe? Als Ursprung wird schließlich ein kleiner grüner Sittich ausgemacht. "Der macht die Ziegen nur nach", erklärt die Mutter ihrem Kind. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich stammen die meckernden Rufe von dem grünen Sittich mit der roten Kappe, aber er macht die Ziegen nicht nach, sondern lässt seine arttypischen Rufe erklingen. Kein Wunder also, dass er Ziegensittich genannt wird. Sein wissenschaftlicher Name Cyanoramphus novaezelandiae beschreibt sowohl seine Färbung als auch seine Herkunft, denn tatsächlich ist der Ziegensittich grünlich gefärbt, wobei er je nach Lichteinfall einen mehr oder weniger deutlichen blauen Schimmer besitzt. Zusätzlich gibt es noch gelbe und gescheckte Ziegensittiche.
Die Heimat des kleinen Papageien ist Neuseeland, wo er mit wenigen verwandten Arten fast die gesamte Papageienpopulation ausmacht.
Aber nicht nur sein Ruf, der so gar nichts mit den teils sehr schrillen Kreischlauten seiner Verwandten zu tun hat, ist ungewöhnlich. Auch seine Fortbewegung unterscheidet sich von der vieler andere Papageien. Ziegensittiche sind zwar geschickte Flieger, am liebsten bewegen sie sich aber auf dem Boden laufend fort. Dies brachte ihnen auch die wissenschaftliche Bezeichnung Laufsittich ein. Der Grund für die laufende Fortbewegung ist in ihrer Heimat zu suchen. Da Neuseeland vor der Besiedelung durch die Europäer keinerlei Landraubtiere beherbergte, war eine schnelle Flucht durch Fliegen für die Sittiche kaum nötig. Wie viele andere neuseeländische Vögel, wie beispielsweise der neuseeländische Nationalvogel, der Kiwi (Apterygidae), verzichteten die Ziegensittiche auf das energiezehrende Fliegen und bewegten sich lieber laufend fort. Im Gegensatz zum Kiwi behielten die Ziegensittiche aber ihre Flugfähigkeit bei, machen davon aber im Vergleich zu vielen anderen Vögeln eher selten Gebrauch.

Im Freiland fast ausgestorben


Ihre ungewöhnliche Art der Fortbewegung und die Eigenart, dass Ziegensittiche gerne auf dem Boden brüten, hat sie in Neuseeland fast an den Rand der Ausrottung gebracht. Mit den europäischen Siedlern kamen nämlich auch Katzen, Hunde und vor allem Ratten auf die Insel, wo sie sich enorm schnell vermehrten. Und diesen fielen die am Boden brütenden Ziegensittiche immer wieder zum Opfer. Da diese vor allem laufend flüchteten, wurde so nicht nur das Gelege, sondern auch das brütende Tier von den Räubern getötet. Und so gelten einige Unterarten des Ziegensittichs inzwischen als ausgestorben, andere sind stark vom Aussterben bedroht. Um diese zu retten, gibt es zahlreiche Schutzprogramme. So werden immer wieder in Menschenobhut nachgezüchtete Ziegensittiche ausgewildert, um die natürlichen Bestände zu stützen. Auch das Überwachen der Nester, um sie vor Plünderung zu schützen, ist eine wichtige Maßnahme zum Schutz der Tiere.

Der Ziegensittich als Heimtier


Nach Europa kamen die ersten Ziegensittiche bereits 1864. Sie gelangten in den Londoner Zoo. Die Nachzuchten dieser Tiere verbreiteten sich schließlich über ganz Europa. Heute sind alle bei uns gehaltenen Ziegensittiche Nachzuchttiere. Als Heimtiere sind sie noch nicht so bekannt, obwohl sie dafür gut geeignet sind. Ein klares Plus für die Sittiche ist dabei ihre Stimme. Während viele Sittiche und Papageien sehr laut sind und deshalb vor allem in Mietswohnungen nur schwer gehalten werden können, stört das eher leise Meckern der Ziegensittiche kaum. Was sie aber als Heimtier besonders interessant macht, ist ihr Verhalten. Ziegensittiche sind unheimlich neugierig und ständig in Bewegung. Für den Halter sind sie also ein steter Quell der Freude. Da sie auch kaum nagen, ist ein Wohnungsfreiflug problemlos möglich, wobei die Sittiche jede Ecke der Wohnung untersuchen.

Sofern sie täglich Freiflug erhalten, ist für die Unterbringung von zwei Ziegensittichen ein Gehege mit den Maßen 120 x 60 x 80 cm (L x B x H) ausreichend. Ansonsten muss die Unterbringung entsprechend größer gewählt werden. Zur Ausstattung des Geheges sollten ausreichend Äste als Klettermöglichkeit gehören, da die Sittiche lieber klettern als fliegen, wobei sie durch ihren watschelnden Gang teilweise besonders tollpatschig wirken. Gerne nehmen die Sittiche auch ein Schlafhaus an. Hierbei sollte eine offene Variante gewählt werden, da beim Anbieten von geschlossenen Nistkästen ein Brutversuch nicht ausgeschlossen ist, welcher wie bei allen Papageienartigen einer entsprechenden behördlichen Zuchtgenehmigung bedarf. Auch wenn die Tiere nur gleichgeschlechtlich gehalten werden, kann es in einem geschlossenen Kasten bei Weibchen zur regelmäßigen Eiablage kommen, was möglichst vermieden werden sollte, um den Organismus der Tiere nicht zu stark zu belasten.

 

Keine Einzelhaltung


Ein wichtiger Punkt, der alle Papageienarten betrifft, ist die Frage nach der Einzelhaltung. Hier hält sich hartnäckig das Gerücht, dass paarweise gehaltene Tiere nicht zahm werden. Als sehr soziale Vögel benötigen Ziegensittiche aber unbedingt einen arteigenen Partner. Erst im Zusammenspiel mit diesem entfalten sie ihr liebenswertes und geradezu drolliges Wesen. Da die Tiere äußerst friedfertig sind, ist auch die Haltung in größeren Gruppen möglich. Die "Geselligkeit" hört allerdings spätestens bei der Geschlechtsreife auf. Ab dann sollten sie Sittiche nur noch paarweise gehalten werden.

Die Ernährung der Tiere kann über ein Großsittichfutter mit geringem Anteil an Sonnenblumenkernen erfolgen. Daneben sollte täglich frisches Obst und Gemüse gereicht werden, wobei sich die Sittiche hier als nicht wählerisch erweisen.





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