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Reptilien & Co.:

Steckbrief: Die Vogelspinne

Basiswissen

Reptilien & Co.: Vogelspinnen

Vogelspinnen gibt es bereits seit dem Karbonzeitalter vor 350 Millionen Jahren. Sie gehören zur Familie der Vogelspinnenartigen. Heute sind 953 Arten bekannt. Die Tiere leben vorrangig in tropischen bis subtropischen Klimazonen der südlichen Erdhalbkugel. Ihren deutschen Namen „Vogelspinne“ haben die Tiere vermutlich von der Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian bekommen. Sie veröffentlichte 1705 ihre Eindrücke von einer Reise nach Surinam in einem Buch. Ein Bild zeigt dabei eine große Spinne, die einen Vogel verspeist.

Besonders faszinierend ist die Fortpflanzung der Vogelspinne: Das Muttertier legt die befruchteten Eier ab, bedeckt sie mit Spinnenseide und formt daraus einen Kokon. Nach etwa 9 Wochen schlüpfen dann aus den Eiern Larven. Dabei haben die Larven noch nicht viel Ähnlichkeit mit einer Vogelspinne: Sie sehen eher aus wie kleine Eier mit Beinen. Mit der Zeit entwickeln sich die Larven zur Larve II. Die Proportionen stimmen im Großen und Ganzen mit denen der Vogelspinne überein. Vorderkörper, Hinterleib, Beine und Augenhügel sind gut zu erkennen. In Verlauf der weiteren Entwicklung häutet sich die Larve dann schließlich zur Nymphe – auch Spiderling genannt. All dies geschieht im Kokon. Erst wenn die Nymphe fertig entwickelt ist, öffnet das Muttertier den Kokon. Dabei kann es passieren, dass die Bewegungen der Nymphen den Fressreiz des Muttertiers anregen und die Vogelspinne den Kokon auffrisst. Nach dem Verlassen des Kokons entwickelt sich die Nymphe schließlich zur ausgewachsenen Spinne. Dabei häutet sich das Tier mehrfach. Die abgestoßenen Hautschichten werden umgangssprachlich als „Fresshaut“ bezeichnet, da die Nymphe ihre Haut nach der Häutung frisst.

Die Lebensweise von Vogelspinnen ist sehr unterschiedlich: Es gibt Arten, die überwiegend auf dem Boden leben, andere leben auf Bäumen oder in Erdlöchern. Vogelspinnen sind im Tierreich nicht ohne Feinde. Wanderameisen-Völker können zum Beispiel eine Vogelspinne aufgrund ihrer großen Zahl einfach überrennen. Die Spinne wird vollständig von Ameisen bedeckt und erstickt schließlich. Andere Feinde der Vogelspinnen sind Wegwespen, Hundertfüßer und einige Skorpionarten. Die Wegwespe ist dabei wohl der brutalste Widersacher der Vogelspinne. Die Wegwespe tötet die Vogelspinne nicht, sondern betäubt sie nur. Anschließend zerrt die Wegwespe ihr Opfer in ihr Nest, um dort eine Larve auf dem Rücken der Vogelspinne abzulegen. Diese ernährt sich dann von der noch lebenden Vogelspinne. Natürlich verteidigen sich die Vogelspinnen gegen ihre Feinde. Eine Waffe im Arsenal ist das „Abfeuern“ von Beinhaaren. Weitere Möglichkeit sind der Giftbiss, das Schlagen mit den Beinen oder das Schießen mit Kot.

Pflege und Haltung

Wer eine Vogelspinne halten möchte, braucht ein entsprechendes Terrarium. Die Größe hängt dabei von der Vogelspinne ab, die gepflegt werden soll. Eine Grundfläche von 30 x 40 Zentimetern ist für große Arten zu empfehlen. Bei mittleren Arten reicht ein Terrarium mit einer Grundfläche von 30 x 30 Zentimeter. Für kleine Arten reichen 30 x 20 Zentimeter aus. Natürlich kann das Terrarium auch größer sein, dass Wohlbefinden der Vogelspinne wird dadurch jedoch nicht verbessert.

Einige Spinnen fühlen sich bei etwa 22 Grad Celsius wohl, bei Zimmertemperatur also. Andere Arten benötigen höhere Temperaturen. Ist die Raumtemperatur zu niedrig, kann mit einer Glühbirne oder einer Leuchtstoffröhre mit passenden Wattzahl (15 bis 25 Watt) nachgeholfen werden.

Die Vogelspinne ist ein relativ pflegeleichtes Tier. Trotzdem müssen in regelmäßigen Abständen Pflegemaßnahmen im Terrarium durchgeführt werden. Dabei muss man nicht sonderlich ängstlich sein. Meist zieht sich die Vogelspinne in ihre Höhle zurück, sobald die Scheibe des Terrariums geöffnet wird. Trotzdem sollten Sie vorsichtig sein. Einige der aggressiveren Arten verteidigen sich auch mal gerne mit einem Giftbiss. Dieser ist für den Menschen zwar nicht lebensgefährlich, aber schmerzhaft! Am besten ist es daher beim Hantieren im Terrarium einfach eine Heimchendose oder ähnliches Gefäß über den Eingang zum Versteck Spinne zu stülpen.

Damit sich die Vogelspinne auch wohlfühlt, sollte der folgende Pflegeplan eingehalten werden: Jeden Tag den Allgemeinzustand der Vogelspinne kontrollieren. Hat sie sich in ihre Höhle zurückgezogen, kann diese mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet werden. Alle zwei bis drei Tage muss die Wasserschale im Terrarium gereinigt und das Wasser gewechselt werden. Außerdem sollten  Futter- und Häutungsreste sowie nicht gegessenen Futtertiere entfernt werden. Die Temperatur wird ebenfalls kontrolliert. Einmal in der Woche müssen – je nach Verschmutzungsgrad – Kot und Spinnenfäden mit warmen Wasser von den Scheiben entfernt werden. Auch die im Terrarium untergebrachten Pflanzen werden nun bei Bedarf gegossen und (seltener) gedüngt. Einmal im Jahr muss das ganze Terrarium gereinigt werden. Dazu muss die Vogelspinne zuerst aus ihrem Terrarium entfernt werden. Am besten lässt sich die Spinne meiner einer Heimchendose fangen. Nach der Komplettreinigung kommt sie dann wieder zurück ins Terrarium.

Es ist für Vogelspinnen sehr wichtig, dass sie sich regelmäßig häuten. Dadurch reinigt die Spinne nämlich ihren Körper und kann weiter wachsen. Dabei variiert der Abstand zwischen den Häutungen je nach Alter der Vogelspinne. Junge Tiere häuten sich alle 2 bis 4 Wochen. Erwachsene alle 6 bis 12 Monate. Wichtig ist, dass während der Häutung eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent im Terrarium herrscht und das Tier nicht gestört wird. Auch sollten sich keine Futtertiere mehr im Terrarium befinden, da die Vogelspinne sich während der Häutung auf den Rücken legt und keine Nahrung aufnimmt. Der Häutungsprozess kündigt sich durch Nahrungsverweigerung an. Während der Häutung sollten sich keine Futterinsekten im Terrarium befinden, sie könnten die weiche, neue Haut der Spinne anfressen, bevor sie voll ausgehärtet ist.

Apropos Nahrung. Was fressen Vogelspinnen eigentlich? Der Speiseplan von Vogelspinnen ist recht umfangreich. Sie fressen Grillen, Heimchen oder auch Mäuse. Wichtig ist, dass das Futtertier nicht zu groß für die Spinne ist.

Wissenswertes

Wer eine Vogelspinne halten möchte, muss selbstverständlich mit Kosten rechnen. Aber die laufenden Kosten sind gering und belaufen sich auf etwa 5 bis 10 Euro im Monat. Ein Terrarium kostet um die 80 Euro. Vogelspinnen sind sehr geschickt. Darum ist es ratsam die Schiebescheiben des Terrariums zu sichern. Insbesondere wenn die Scheiben waagerecht verschiebbar sind. Diese können von einer kräftigen Vogelspinne eventuell geöffnet werden. Es gibt mehrer Möglichkeiten, ein Terrarium zu sichern. Es kann ein Terrariumschloss verwendet werden. Eine günstige Alternative ist, eine Büroklammer zu verbiegen und so anzubringen, dass das Verschieben der Scheiben verhindert wird.

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