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Schau mir in die Augen, Kleines! Stellen Sie sich vor, Sie könnten nachts Farben glasklar erkennen. Oder Ihre Sicht gleichzeitig auf zwei weit voneinander entfernte Gegenstände scharf stellen. Oder Sie könnten Licht 350 Mal besser wahrnehmen als jetzt – was das Strom sparen würde! Solche Superheldenaugen wären in vielen Situationen wirklich unbezahlbar, oder? Für nachtaktive Geckos sind diese Superkräfte normal – für Ingenieure nachahmenswert. Diese Fähigkeiten der Geckos könnten nämlich die Kameratechnik revolutionieren. Auch optische Geräte wie Kontaktlinsen könnten dank der beliebten Terrarientiere bald entscheidend weiterentwickelt werden.

Zellbiologen der Universität Lund (Schweden) haben die Funktion der überragenden Gecko-Augen nun enträtselt, wie das Fachmagazin „Journal of Vision“ berichtet. Demnach haben die Wissenschaftler mehrere Zonen im Gecko-Auge gefunden, die Lichtwellen auf verschiedene Art brechen. Tagsüber nutzen die Tiere diese Zonen übrigens nicht, wie Forschungsleiterin Lina Roth erklärt. Nachts dagegen schalten Geckos und andere Reptilien – ganz im Gegensatz zu Säugetieren wie dem Menschen – im Handumdrehen auf den Nachtsichtmodus um. Dabei werden die Zapfen der Netzhaut aktiviert. Diese Zapfen sind spezialisierte Sinneszellen im Auge, die für die räumliche Wahrnehmung und das Farbensehen zuständig sind. Dank dieser „Profizapfen“ können Geckos nachts 350-mal besser sehen als wir Menschen – und das auch dank eines vierten Zapfentyps auf der Netzhaut.

Gecko-Superkräfte ohne Ende?


Während unsere drei Zapfen „nur“ Blau, Grün und Rot wahrnehmen können, ermöglicht den Geckos ein vierter Zapfen das Sehen im ultravioletten Bereich, also von Licht mit 200 bis 380 Nanometer Wellenlänge. Damit kann das Multitalent Gecko-Auge auf seiner Netzhaut gleichzeitig Lichtstrahlen mit verschiedenen Wellenlängen abbilden, ist auf Fach-Chinesisch also multifokal. Die Superkräfte haben aber auch damit noch kein Ende: Den Geckos gelingt es nämlich, ihr Auge zur gleichen Zeit auf mehrere Objekte scharf zu stellen, die unterschiedlich weit entfernt sind. Dabei entsteht problemlos ein gestochen scharfes Bild mit mindestens zwei Sehtiefen – für Hersteller von Kameras, Fernsichtgeräten und viel optischem Spielzeug ein guter Grund, dem kleinen Reptil tief ins Auge zu schauen.

Am ehesten zu vergleichen ist das Gecko-Auge mit einer ständig brennenden Taschenlampe, die die Nacht quasi zum helllichten Tag macht. Ein lebendes Nachtsichtgerät, das ja nur ein grün-weißes, leicht verschwommenes Bild liefert, ist dem „Spiegel der Seele“ dagegen weit unterlegen. Damit sie nicht geblendet werden, können die Geckos übrigens ihre Pupillen bei zu viel Licht fast komplett schließen. Absolut übernatürliche Kräfte hat aber dieses Wunderwerk der Natur auch nicht zu bieten: In völliger Dunkelheit ist es blind.

Auch der Mensch kann Vorbild sein …


Ist das Auge für Ingenieure ein Traum, begeistert Tierschützer die schmerzfreie und tierfreundliche Untersuchungsmethode der schwedischen Wissenschaftler: Sie nutzten eine Methode, die auch bei der menschlichen Augenheilkunde eingesetzt wird, eine Abwandlung des Hartmann-Shack-Sensors. Mit diesem werden normalerweise Abbildungsfehler des menschlichen Auges gemessen. Ein großer Fortschritt gegenüber früher, freut sich Forschungsleiterin Lina Roth: „Bisher musste man operieren oder den Kopf fixieren, um das Auge lebender Tiere zu untersuchen. Nun konnten wir zeigen, dass man hochauflösende Bilder der Wellenfront des Gecko-Auges auch ohne absolute Kontrolle des Blicks oder der Anpassung des Tierauges erreicht.“

 

Superkräfte ohne Ende: Warum können Geckos glatte, senkrechte Flächen hoch laufen? Warum Geckos kleben bleiben, erklären wir Ihnen.

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