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TheraTrailing für Angsthunde Eine neue Trainingsform lässt Hundehalter Hoffnung schöpfen. Selbst bei schwer traumatisierten Hunden konnten bisher beeindruckende Erfolge erzielt werden.

Unglaublich, dass das derselbe Hund ist! Noch vor drei Monaten war es fast ausgeschlossen, den französischen Schäferhund Bo in ein Auto zu bekommen. Eine Erfahrung, die auch die Mitarbeiter des Tierheims machen mussten, als sie ihn zu Rovena Langkau vom K-9 Suchhundezentrum bringen wollten. Der Transport war eine Tortur für Mensch und Hund, aber er hat sich gelohnt. Die Hoffnung des Tierheims, dass Frau Langkau mit ihrem TheraTrailing dem jungen Beauceron helfen könnte, hat sich erfüllt, und das sogar in erstaunlich kurzer Zeit.

Was Bo im Einzelnen erlebt hat, weiß man nicht. Fest steht, dass er im Alter von vier Monaten von der Polizei beschlagnahmt und dem Tierheim übergeben wurde. Dort wurde er unter anderem wegen seiner Verhaltensstörungen isoliert gehalten. Artgenossen gegenüber geriet er leicht in Stress und fuhr daraufhin Scheinangriffe. Dasselbe bei fremden Menschen: Er sprang sie an und zwickte sie in den Arm. Das Anlegen von Halsband oder Geschirr löste in ihm Panik aus, ebenso der Versuch, ihn in ein Auto zu bugsieren. Er fühlte sich schnell bedrängt und hatte wenig Vertrauen in Menschen, die etwas von ihm verlangten. Sein Verhalten war schwer kontrollierbar.

Das war vor drei Monaten. Heute sieht die Situation komplett anders aus. Bo ist inzwischen ein Jahr alt und dank TheraTrailing in der Lage, ein normales Leben zu führen. Autos, Menschen und Artgenossen jagen ihm keine Angst mehr ein. Sein Verhalten ist absolut kontrollierbar, ein Leben im Alltag mit ihm problemlos. Was ist das Erfolgsrezept von TheraTrailing? "Der Begriff TheraTrailing setzt sich zusammen aus Therapie und Trailing und bedeutet so viel wie Heilung oder Linderung durch das Verfolgen von Spuren", erklärt Rovena Langkau, die gemeinsam mit Alexandra Grunow das TheraTrailing ins Leben gerufen hat. Was für uns zunächst vielleicht etwas abwegig klingt, ist für den Hund das Natürlichste der Welt: "Er taucht mit uns ein in seine sehr ursprüngliche Welt der Gerüche. Das hilft ihm, zurück zu seinen Wurzeln zu finden und in seine innere Mitte zu gelangen." Zudem verändert Trailen (das Suchen von Spuren) das Verhältnis von Mensch und Hund. Während im normalen Leben meist der Mensch tonangebend ist, muss er beim Trailen einen Teil der Führung an den Hund abgeben, denn nur dieser kann riechen, wo die Spur entlangführt, und beide zum Ziel führen. Das fördert das Selbstbewusstsein des Hundes und hilft Hund und Halter, sich gegenseitig mit anderen Augen zu sehen.Entscheidend für den Erfolg des TheraTrailings ist ein exakt auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmter Trainingsaufbau. "Beim TheraTrailing muss dem Hund anfangs die Möglichkeit gegeben werden, sich in die Spur hineinzuträumen und sich in dem Nachgehen des Geruchs zu verlieren, alles andere auszuschalten. Wenn das funktioniert, kann ich nach und nach Reize auf der Spur einbauen, die den Hund im Alltag belasten", erzählt Rovena Langkau. "Jeder Teil des Trails muss genau durchdacht sein. Von der Auswahl der Versteck-Person und wo diese platziert wird über die Anzahl und Beschaffenheit der Geruchsartikel bis hin zur Umgebung und den Ablenkungsreizen."

So war das auch bei Bo und der positive Effekt ließ nicht lange auf sich warten. Innerhalb von sechs Tagen stieg er das erste Mal von alleine ins Auto ein, nach vier Wochen war es kein Problem mehr, ihm Halsband und Suchgeschirr anzuziehen. Sein Umgang mit Artgenossen hat sich weitestgehend normalisiert, von Unbekannten lässt er sich inzwischen anfassen, ohne dass sie befürchten müssen, gezwickt zu werden. Nach gerade mal drei Monaten hat sich Bo so nachhaltig stabilisiert, dass er als austherapiert gilt. "Werden Hunde zu früh weitervermittelt, fallen sie bei Stress schnell in ihr altes Verhaltensmuster zurück." Deshalb provoziert Rovena Langkau solche Situationen bewusst, bevor sie einen Hund für austherapiert erklärt. Erst wenn die Hunde diesen Test bestanden haben, sind sie bereit, an einen geeigneten Platz weitervermittelt zu werden. Für Bo wünscht sich Frau Langkau unbedingt jemanden, der seine sehr guten Anlagen weiterhin fördert, zum Beispiel bei der Rettungshundearbeit. Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade Hunde, die im Alltag schwer zu führen sind, meist geniale Sucher sind.

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