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Jagdverhalten bei Hunden Jagende Hund! Kaum ein Phänomen sorgt für so unterschiedliche Diskussionen und Behandlungsansätze im Hundetraining, lässt aber vor allem Hundehalter verzweifeln und beschert vielen Hunden an dauerhaftes Leben an der Leine.

Unsere Hundetrainer Kristina Falke und Jörg Ziemer wissen Rat

Von der Definition her gehört das Jagdverhalten zu dem Funktionskreis der Nahrungsbeschaffung. Dazu zählt unter anderem die Bereitschaft, etwas aufzustöbern, zu verfolgen, zu fangen, zu beißen, zu töten und schließlich zu fressen. Hunde können alle oder nur einige Teile des Jagdverhaltens zeigen z.B. einen Hasen jagen, hetzen - ohne ihn zu erbeuten und aufzufressen. Gewisse Hunderassen wurden eigens für die Jagd gezüchtet und sind somit - auch wenn sie heute kaum mehr dafür eingesetzt werden - erblich vorbelastet. Sie haben einen ausgeprägten Jagdtrieb. Diese Hunde reagieren auf bestimmte Reize automatisch mit Jagdverhalten. Die Reaktionen sind genetisch fixiert, das Jagen wurde ihm "in die Wiege gelegt".

Jagdtrieb und Belohnung

Dopamin ist ein Botenstoff und für das Belohnungssystem im gehirn verantwortlich. Jagen löst durch die Ausschüttung von Dopamin eine Belohnung aus und gleichzeitig macht es Lustauf Wiederholung. Daneben werden auch Endorphine (Glücklichmacher) produziert. Daraus ergibt sich für den Hundehalter eine wesentliche Erkenntnis für den Umgang mit Hunden mit starkem Jagdtrieb: Unkontrolliertes Jagdverhalten kann man nicht einfach verbieten oder mit einem Signal oder einer Strafe abbrechen. Der Jagdtrieb kann auch nicht abgeschaltet oder repariert werden. Allerdings könne Hundehalter einiges tun, um die Jagdneigung ihres Vierbeiners zu kontrollieren.

Prophylaxe Jagdverhalten

Vor der Anschaffung eines Hundes ist die geeignete Rassenwahl unabdingbar. Der Hund sollte keinen stärkeren Jagdtrieb haben als er ihn später wird ausleben dürfen. Zieht ein junger Hind bei Ihnen ein, ist es wichtig, dass er frühzeitig Kontakt zu "jagdbaren" Tieren wie Kaninchen, Rehen oder Hühnern bekommt. Es ist aber wichtig, dass diese Begegnungen in einem nicht jagdlichen Kontext stattfinden. Er darf sie nur entspannt kennenlernen - auf keinem Fall jagen. Gleiches gilt für Jogger und Radfahrer. So festigen sich diese Personen und Objekte als "bekannte Umwelt", aber ohne Verknüpfung zum Jagdtrieb. Im ersten Lebensjahr sollten HUndebsitzer ganz auf Spiele, die das Jagdverhalten fördern, verzichten und ihren Hund von positiven Jagderlebnissen abhalten.

Trainingsmöglichkeiten

Haben wir nun einen Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb an unserer Seite, ist guter Rat teuer. Bevor es an das Training geht, sollten Sie Ihren Hund beobachten. Beantworten Sie sich diese Fragen:

  • Was ist das erste Anzeichen, dass mein Hund beim Jagen zeigt?
  • Wie verändert er sich und bis wann ist er ansprechbar?
  • Wie ist der Ablauf?
  • Welche Reize lösen das Jagen aus?

Es ist besonders wichtig, die jagdliche "Vorphase" Ihres Hundes zu kennen. Daus lässt sich ableiten bis wann Sie Ihren Hund noch ansprechen und kontrollieren können. Gemeint ist der Zeitraum bevor die jagdliche Funktionskette beim Hund ausgelöst wird. In einem kurzen Moment der Erstarrung entdeckt der Hund etwas mit Beutecharakter. In diesem Moment setzt der Jagdtrieb ein und es kommt zur innerlichen Umstellung. Vom ungerichteten Suchen nach Reizen hin zum zielgerichteten Beginn der Jagd - die Beute wird taxiert. Dieses sehr keline Zeitfenster ist der raum, in dem wir noch Einfluss auf unsere Vierbeiner ausüben können. Je weiter die Jagdhandlung vorangeschritten ist, desto weniger kan der Hund, aufgrund seiner Stresshormone, auf andere Reize reagieren.

Training wider den Jagdtrieb

Im modernen Antijagdtraining setzt man mittlerweile auf ein vielschichtiges Training. Zum einen wird auf der Bindung zwischen Hund und Halter angesetzt. Wichtiger Aspekt dabei ist, die Aufmerksamkeit des Hundes bei Spaziergängen dauerhaft zu bekommen. Das kann man durch gemeinsames Training und verschiedene Kommunikationstechniken erlernen. Ein weiterer Aspekt ist die Signalkontrolle des Hundes, Die Basissignale wie Sitz, Platz, Bleib werden unter sich steigernden Ablenkungsreizen trainiert. Viele Wiederholungen (mindestens 2000), viel Zeit und Geduld werden dabei dem Mensch-Hund-Team abverlangt.

Natürlich geht es aber auch um die Auslastung unseres Hundes. Nehmen wir ihm an einer Stelle die Möglichkeit, seinen Urinstinkt, seinen Jagdtrieb, auszuleben, sollten wir ihm dafür eine Alternative bieten. Sonst steigt der innerliche Druck wie in einem Dampfkochtopf. Beispiele können sein: Nasenarbeit oder Dummyarbeit. Wichtig ist, dass Mensch und Hund Spaß an dem Miteinander haben, denn ein zufriedener, ausgelasteter Hund neigt weniger zum Jagen.

 

Informieren Sie sich über weitere Themen bei unseren Hundetrainern Ziemer & Falke www.ziemer-falke.de

 

 

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