Diese Website verwendet Cookies für ein optimales Surferlebnis. Dabei werden beispielsweise die Session-Informationen oder die Spracheinstellung auf Ihrem Rechner gespeichert. Ohne Cookies ist der Funktionsumfang der Seite eingeschränkt. Sind Sie damit nicht einverstanden, klicken Sie bitte hier.
Newsletter

Jetzt zum Newsletter anmelden

Nie wieder verpassen: exklusive Angebote und Neues aus der Tierwelt!

Die Psyche der Tiere Verhaltensgestört oder einfach nur ganz normal? Er kann die wildesten Pferde zähmen und scheint die Sprache seiner Schützlinge genau zu kennen: Monty Roberts, auch bekannt als der Pferdeflüsterer. Sein deutsches Pendant, Christiane Rohn, ist bekannt als Hundeflüsterin, weil sie auch den scheusten Vierbeiner für sich gewinnen kann. Diese beiden Tierliebhaber zeigen, dass es mit der Tierpsychologie einiges mehr auf sich hat, als viele Menschen bisher annahmen.


Beispiel 1:
Sybille und Christian Gerber lieben ihren Stubentiger Flint über alles. Doch als Nachwuchs in Form von Töchterchen Sarah ins Haus kommt, ist Flint nicht mehr derselbe. Plötzlich beginnt er, sein Geschäft im Ehebett zu verrichten und verbringt seine Zeit ansonsten damit, misstrauisch das neue, kleine Lebewesen zu beäugen, um das sich nun alles dreht. Liebe seitens seiner Besitzer lehnt er ab, obwohl sie ihn nicht zu kurz kommen lassen wollen.

Beispiel 2:
Gandalf stammt aus dem Tierheim. Der Dobermann hat sich gut bei seinen neuen Haltern, dem Ehepaar Maria und Stefan Weber, eingewöhnt. In erster Linie kümmert sich Maria Weber um das Tier, denn sie ist tagsüber zu Hause, während Stefan Weber arbeitet. Nach ein paar Wochen beginnt Gandalf, Maria Weber zu beschützen – nicht nur vor fremden Menschen, sondern auch vor Stefan Weber. Zuletzt müssen die beiden das Tier zurückgeben
– Gandalf will niemanden mehr ins Haus lassen, außer seinem Frauchen, auch den Ehemann des Frauchens nicht.

Tiere sind nicht „leicht gestrickt“

Diese beiden Beispiele zeigen, dass unsere Heimtiere, psychologisch gesehen, nicht gerade einfach und durchschaubar gestrickt sind. Was geht wohl in unseren Tieren vor? Jeder Tierbesitzer fragt sich das, auch dann, wenn sein Liebling sich „völlig normal“ verhält. Die Tierpsychologie ist im Prinzip angewandte Verhaltensforschung. So ist es beispielsweise ein nahe liegender, aber häufiger Fehler, menschliches Verhalten einfach auf Tiere zu übertragen. In der Rangordnung einer Familie etwa sucht der Hund ständig seinen richtigen Platz – wie im Rudel auch. Er versucht, für sich selbst eine gute Position herauszuholen. Reagiert er einmal so, dass man als Mensch meinen möchte, er habe ein schlechtes Gewissen, so ist diese Einschätzung falsch. Eine unterwürfige Haltung hat nichts mit Gewissen zu tun, sondern mit dem Verhalten, dass der Hund auch im Rudel an den Tag legen würde.

Beleidigte Katzen gibt es nicht

Auch die beleidigte Katze ist eine Erfindung des Menschen. Häufig machen Katzenhalter die Erfahrung, dass ihr Haustiger sich abwendet, wenn mit ihm geschimpft wird, und dass er den Menschen in der nächsten Zeit ignoriert. Mit verletztem Stolz hat das allerdings nichts zu tun. Vielmehr wendet eine Katze, die „verloren“ hat, auch im Katzenkampf den Blick ab. Freches Anstarren ist ein Zeichen von Dominanz und provoziert. Diese Zeichen möchte die Katze vermeiden, wenn der Mensch mit ihr schimpft – wir dürfen nicht vergessen, dass wir für die Samtpfoten, alleine schon von der Körpergröße her, riesig und deshalb bedrohlich und überlegen sind.

Verhaltensgestörtes Kaninchen?

Und schließlich das Kaninchen: Saust es im Schweinsgalopp an seinem Menschen vorbei und bespritzt ihn mit Urin, ist es nicht verhaltensgestört, wie manch einer meinen möchte! Es will nicht sein Revier markieren, und es mangelt dem Tier auch nicht an Respekt vor seinem Herrchen, im Gegenteil: Kaninchen werben auf diese Art und Weise umeinander, und was wir Menschen bestenfalls als unhygienisch empfinden, ist für sie sehr sexy. Also das nächste Mal nicht beleidigt sein, sondern Verständnis zeigen.

Denn auf das richtige Verständnis kommt es an. Als Beispiel dient das berühmte Pferd „Kluger Hans“, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin lebte. Der „Kluge Hans“ konnte rechnen, glaubte man. Er zählte Hüte oder Schirme und stampfte dann in der richtigen Anzahl mit dem Huf auf dem Boden auf. Psychologen waren es schließlich, die herausfanden, dass "Hans" nicht rechnen konnte. Vielmehr nahm er sehr subtile, unbewusste Anzeichen seines Besitzers wahr und hörte deshalb im richtigen Moment auf zu klopfen.

Tierpsychologie - Sinn und Nutzen

Sich mit der Psychologie und dem Verhalten seines Tieres auseinanderzusetzen, ist ein Muss für jeden Tierhalter. Von Beginn an gilt es herauszufinden, welches die Grundbedürfnisse unseres Heimtieres sind, wann es sich wohlfühlt, wovor es Angst hat. Schon bei der Wahl des Tieres sollte man dessen Eigenarten und seinen eigenen Charakter vergleichen. Kann man wirklich einen spielfreudigen Hund halten, der viel beschäftigt werden will? Oder sollte es lieber ein ruhigeres Tier sein?

Die Kommunikation mit dem Tier ist das A und O des Zusammenlebens und hilft bei der Tiererziehung. Sie sollte, wie bei Menschenkindern auch, möglichst konsequent durchgeführt werden. Ein Hund wird verzweifeln, wenn sein Besitzer keine klare Ansagen macht. Für ihn sind Sie das Alphatier und müssen sagen, wo es lang geht, sodass der Hund seine Rolle in unserem „Rudel“ gut übernehmen kann.

Wir müssen die Eigenarten der Tiere nicht nur kennen, sondern auch verstehen. Katzen kratzen nun mal gerne an Sofas. Woher sollen sie auch wissen, dass wir es nicht schön finden, wenn die Fäden aus den Kissen hängen? Hier ist der Mensch gefragt – womöglich sollte man sich in solchen Fällen eher nach dem Tier richten als umgekehrt.

Copyright 2016 ZOO & Co. Kontakt | Newsletter | ZOO & Co. | Franchise | Presse | Impressum