Diese Website verwendet Cookies für ein optimales Surferlebnis. Dabei werden beispielsweise die Session-Informationen oder die Spracheinstellung auf Ihrem Rechner gespeichert. Ohne Cookies ist der Funktionsumfang der Seite eingeschränkt. Sind Sie damit nicht einverstanden, klicken Sie bitte hier.
Newsletter

Jetzt zum Newsletter anmelden

Nie wieder verpassen: exklusive Angebote und Neues aus der Tierwelt!

Fischarten & Co.:

Steckbrief: Welse

Basiswissen

Fischarten & Co.: Welse

Als wilde Exoten fanden bereits unzählige Welse ihren Weg in private Aquarien. Dabei ist die Bezeichnung „der Wels“ viel zu ungenau, um diesen Fischen gerecht zu werden. Um Licht ins Dunkle der riesigen Ordnung der Welsartigen zu bringen, zeigen wir Ihnen bei Zoo & Co. was hinter diesen Fischen steckt und klären die Frage, was genau L-Welse sind.

Die L-Nummern wurden 1988 eingeführt, als zahlreiche neue, nicht präzise identifizierbare Harnischwelsarten importiert wurden. Diese kamen hauptsächlich aus Mittel- und Südamerika, dem Hauptverbreitungsgebiet der Harnischwelse. Die Nummern werden von der DATZ („Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift“) vergeben. Das „L“ steht dabei für Loricariidae, was die biologische Nomenklatur der Familie der Harnischwelse ist. Zu erwähnen sei noch, dass die über 400 Nummern nicht gleichzusetzen mit der Zahl an Arten sind; die Nummern bezeichnen auch Fundortvarianten, einmalige Mutationen etc. Die Notwendigkeit der L-Nummern lässt bereits erahnen, dass die Familie der Harnischwelse sehr groß aufgestellt ist. In der Tat ist sie mit mehr als 80 Gattungen und über 800 Arten die größte Welsfamilie und zusammen mit dem Echten Salmler, den Buntbarschen und Karpfenfischen eine der größten Fischfamilien überhaupt. Dieser Umstand macht eine grundsätzliche Beschreibung von Welsen problematisch und das Heranziehen eines Beispiels notwendig.

Einer der visuell eindrucksvollsten und daher beliebtesten Welse für heimische Aquarien ist der Blaue Antennenwels. Anders als der deutsche Name vermuten lassen würde, gehört er nicht zur Familie der Antennenwelse – deren Männchen Antennen auf der Kopfoberseite tragen – sondern zur Familie der Harnischwelse. Seine schwarze Grundfärbung spiegelt sein Ursprungsgebiet wieder, den Rio Negro, einen Schwarzwassernebenfluss des Amazonas in Brasilien. Allerdings gibt es auch andersfarbige Sorten. Regelrechte „Highlights“ werden durch die kleine, hellere Punkte gesetzt, die seinen gesamten Körper übersäen. Heller ist auch der Saum der Schwanz- und Rückenflossen, der  von acht bis neun Weichstrahlen durchzogen ist. Die Männchen, die ausgewachsen eine Größe von 13 bis 15 cm und ein Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen können, bilden um das Maul herum ein Geweih aus fleischigen Auswüchsen, das sich auch auf die Stirn ausweitet. Bei den Weibchen ist dieses Geweih nicht vorhanden, sie sind auch deutlich kleiner als die stolzen Männchen dieser Wels-Sorte. 

Mensch und Fisch – das Zusammenleben

Findet der Wels die richtigen Bedingungen in Ihrem Aquarium vor, trägt das selbstredend zu seinem Wohlbefinden und zur Entfaltung seines Charakters bei. Welse leben in der freien Natur in Bodennähe von Bächen und Flüssen und lieben die Strömung. Mit kleinen Strömungspumpen oder zwei Filtern können Sie diese gut auch in Ihrem Becken erzeugen. Stellen Sie Ihr Aquarium außerdem nicht an Orten auf, an denen zuweilen die pralle Sonne scheint. Obwohl die meisten Welsarten warmes Wasser bevorzugen – der Blaue Antennenwels fühlt sich bspw. erst bei 25 bis 29° C so richtig wohl – darf die Temperatur 30° C nicht überschreiten. Da Welse ihre Nahrung vorzugsweise am Boden des Aquariums suchen, sollten Sie ihn mit feinem Kies bedecken.

Damit Ihre Welse die Möglichkeit haben, sich im Aquarium zu verstecken, muss das Becken mit unterschiedlichen Pflanzen begrünt werden. Als Faustregel gilt, dass die Bodenfläche zu 70% mit Wasserpflanzen bedeckt sein sollte. Der Gebrauch von CO₂-Düngeranlagen im Welsbecken ist diesbezüglich allerdings problematisch, da die Welse auf höhere CO₂-Gehalte im Wasser empfindlich reagieren. Legen Sie außerdem eine Holzwurzel mit ins Aquarium. Im Holz, das die Welse dann abraspeln, ist Cellulose enthalten, was die Fische als Ballaststoff für die Verdauung benötigen.

Der Umgang mit den Pflanzen im Aquarium ist von Art zu Art und auch von Tier zu Tier unterschiedlich. Während bei manchen Haltern die (großblättrigen) Pflanzen angeknabbert und manchmal auch komplett aufgefressen werden, obwohl pflanzliche Alternativen angeboten werden (mehr dazu im Abschnitt „Pflege und Ernährung“), werden bei anderen Haltern die Pflanzen von den Welsen erst gar nicht beachtet und die besagten Alternativen gerne aufgenommen. Hier heißt es also, dass Sie Ihren Wels gut beobachten und das Aquarium sowie die Lebensbedingungen nach und nach auf seine Bedürfnisse abstimmen.

Charakter und Eigenheiten

Die meisten Harnischwelse sind – egal wie groß sie werden – ausgesprochen friedlich gegenüber anderen Zierfischen. Dies gilt jedoch nur solange diese sie ihrerseits in Ruhe lassen und ihnen nicht zu viel Stress zum Beispiel als Nahrungskonkurrenten machen. Grundsätzlich lassen es Harnischwelse gern ruhig angehen. Oft liegen sie regungslos auf einem Stück Holz oder haben sich mit ihrem breiten Maul an einem Stein oder an der Innenseite des Aquariums festgesaugt, beobachten aber stets mit wachsamem Auge, was um sie herum geschieht.

Doch auch andere Welsgruppen finden mit ihrem umgänglichen Wesen schnell Gefallen. Panzerwelse beispielsweise gehören ebenfalls seit langem zu den beliebtesten Aquarienfischen. Das liegt unter anderem daran, dass sie äußerst friedfertig und gesellig sind und mit fast jedem Futter vorliebnehmen. In der Natur treten Panzerwelse in großen Schwärmen auf. Im Aquarium reicht ihnen bereits eine Gruppe von 6 bis 10 Tieren, um sich wohlzufühlen. Das müssen auch nicht unbedingt Panzerwelse einer einzigen Art sein, auch Vertreter von zwei oder drei Arten schließen sich zu einer Gruppe zusammen. Als friedliche Bodenfische kann man sie gut mit Fischen der mittleren und oberen Wasserzonen zusammen halten.

Pflege und Ernährung

Eine Meinung - oder besser ein Vorurteil - gegenüber Welsen für das Aquarium hält sich hartnäckig, nämlich dass sie ausgezeichnete Scheibenputzer seien. Dieses Denken resultiert aus der Tatsache, dass viele Welsarten - so auch der Blaue Antennenwels - sogenannte Aufwuchsfresser sind. Diese Fische ernähren sich von Algen und der darin befindlichen Kleinstfauna, die sich eben auch auf Steinen oder Aquarienscheiben ausbilden. Im schlimmsten Fall fristen Welse daher ihr Dasein als Müllvertilger und werden beim Futterplan nicht wirklich berücksichtigt. Dabei sollte das Abraspeln des Algenbewuchses von Scheiben oder Steinen höchstens als möglicher positiver Nebeneffekt angesehen werden, denn nicht jeder Wels nimmt den Hausputz so ernst wie es sich sein Aquarianer wünschen würde. Integrieren Sie daher auch spezielles Futter für Ihren Wels in den Ernährungsplan des Aquariums.

Der Speiseplan eines Welses ist vielseitig. Beim Blauen Antennenwels eignet sich sowohl Lebend-, Trocken- als auch Frostfutter. Gemüse wie Paprika, Gurken und Zucchini dürfen aber auch auf dem Plan stehen. Erfahrene Aquarianer haben zudem mit speziellen Wels-Chips gute Erfahrungen gemacht.

Da die meisten Arten Fließwasserbewohner sind, sind sie auch im Aquarium auf sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit einer kräftigen Strömung angewiesen. Die Wasserwerte selbst spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Optimal für die meisten Arten ist ein weiches bis mittelhartes Wasser mit pH-Werten zwischen 6 und 7. Dieser Wert kann mit den richtigen Produkten für die Wels-Haltung sichergestellt werden. Da die genauen Werte jedoch von Art zu Art variieren, sollten Sie sich vor und während der Wels-Anschaffung ausführlich informieren und beraten lassen. Bei den richtigen Gegebenheiten können die Welse in Ihrem Aquarium auch ihr stolzes Alter erreichen.

Wissenswertes

Der Blaue Antennenwels ist nicht nur in biologischer Hinsicht ein echter „Fischkopp“. 1911 wurde er von zwei Hamburger Importeuren nach Deutschland gebracht und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. 

Weitere Aquaristik-Steckbriefe...

Wels

Wels ist nicht gleich Wels. So beliebt die Familie der Welsartigen in heimischen Aquarien ist, so groß und vielschichtig ist sie auch. So groß, dass selbst ein spezielles Bezeichnungssystem eingeführt werden musste. Diese Artenvielfalt macht es einem jeden Aquarianer glücklicherweise möglich, seinen ganz persönlichen, favorisierten Wels zu finden. Die häufig gutmütigen und friedfertigen Lebewesen fügen sich zudem gekonnt in bestehende Gemeinschaftsbecken ein.

Salmler

„Klasse statt Masse.“ ist ein Appell, über den die Salmler nur müde lächeln können. Ihr spannendes und meist farbenprächtiges Potenzial entfalten sie nämlich erst in großen Schwarmverbänden. Daher sollten die meisten dieser Arten, die zusammengenommen eine der größten Fischordnungen überhaupt ausmachen, besser in größeren Gruppen gehalten werden. Was Sie sonst noch beachten müssen, um die imposanten Salmler in der Masse halten zu können, erfahren Sie jetzt in unserem Steckbrief!

Diskusfisch

„Der König der Aquaristik“ - welch imposanteren Beinamen könnte sich der Diskusfisch wünschen? Solch ein Titel kommt natürlich nicht von ungefähr. Die farbenfrohen Südamerikaner sind äußerst begehrt bei Aquarianern und daher auch längst schon in zahlreichen deutschen Aquarien heimisch. Doch ist es nur die Beliebtheit der Fische oder sind es auch ihre Ansprüche, die ihren königlichen Status rechtfertigen?

Schnecken

Die einen lieben sie, wiederum andere verachten sie – wenn man so will, sind Schnecken die C-Promis der Aquaristik. Dabei sind sie alles andere als langsame und nichtsnutzige Weichtiere. Viele Arten haben nützliche Eigenschaften für den biologischen Aquarium-Kreislauf oder werten diesen durch ihre auffallenden Erscheinungen optisch auf. Dazu muss man aber wissen, wie mit den Schnecken umzugehen ist bzw. welche Maßnahmen im Falle einer Überpopulation zu ergreifen sind.

Garnelen

Farbenfroh, artenreich, individuell, nützlich… Die Liste an positiven Attributen, die den verschiedenen Garnelenarten und -gruppen zuzusprechen sind, ließe sich noch um einiges weiterführen. Das wissen auch viele Aquarianer. Statt im Kochtopf oder der Pfanne zu landen, erfreuen sich die Tiere immer größerer Beliebtheit in heimischen Aquarien. Neugierig geworden? Hier erfahren Sie, was kleine und große Garnelen ausmacht und was bei ihrer Haltung zu beachten ist.

Copyright 2016 ZOO & Co. Kontakt | Newsletter | ZOO & Co. | Franchise | Presse | Impressum