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Zwerggarnelen Noch in den 1980ern waren Wirbellose im Süßwasseraquarium etwas sehr Exotisches. Außer einigen Schnecken, die zum Teil als unerwünschte Mitbringsel mit den Wasserpflanzen in die Aquarien kamen, und hin und wieder einer Garnele – meist als Glasgarnelen bezeichnet – waren Invertebraten nur als Futtertiere in der Aquaristik vertreten. Allmählich nahm aber auch das Interesse an diesen Lebewesen zu. In den letzten Jahren entwickelte sich ein regelrechter Boom auf diesem Gebiet. Heute gibt es ein vielfältiges Angebot und der Garnelenfreak, oder auch Krebsfan genannt, kann aus den Vollen schöpfen.

Einigen Arten gelang es, sich zu etablieren. Andere Tiere wiederum verschwanden so rasch, wie sie unerwartet aufgetaucht waren. Das hatte zum Teil seine Gründe in den ungeklärten Haltungsbedingungen und Lebensansprüchen, was mit hohen Ausfällen verbundenen war. Durch die falsche Pflege blieben andererseits auch die Nachzuchten aus. Auch die Unverträglichkeit mancher Arten mit anderen Mitbewohnern im Aquarium ist oft ein Grund, warum manche Wirbellose wieder aus den Händlerbecken verschwinden.

Die Süßwassergarnelen gehören zu der Familie der Decapoden Crustaceen, also zu den zehnfüßigen Krebstieren, zu denen auch die Krebse und Krabben im Süßwasser sowie im Salzwasser gehören. Die für die Aquaristik relevanten Süßwassergarnelen kann man abhängig von ihrem Körperbau und ihren Lebensgewohnheiten sowie Ähnlichkeiten ihrer Haltung in drei Gruppen grob einteilen. Diese hier getroffene Einteilung ist aber nicht mit der zoologischen Systematik gleichzusetzten, auch wenn sie sich zum Großteil mit dieser deckt:

  • Zwerggarnelen (Caridinae)
  • Fächergarnelen (Atyaidae)
  • Großarmgarnelen (Gattung Macrobachium)

Daneben gibt es einige weitere Gattungen, die in der Aquaristik allerdings nicht weit verbreitet sind und deshalb auch nur selten im Handel angeboten werden.

Viele Garnelenarten sind exzellente Algenvertilger. Doch im Gegensatz zur herkömmlichen Meinung können sie keine langen Haar- oder Pinselalgen bewältigen, die bereits im Aquarium zur Plage geworden sind. Sie arbeiten eher präventiv, indem sie auf den Pflanzenblättern alle Oberflächenalgen abweiden. Garnelen sind Omnivore und somit Allesfresser. Der Speiseplan reicht von Flockenfutter bis hin zu tiefgefrorenem Futter jeder Art wie z.B. rote Mückenlarven oder Artemia. Sie fressen aber auch Algen, Zooplankton, Detritus und Aufschwemmungen.

Garnelen sind jeder Zeit hungrig und können täglich sehr viel vertilgen. Daher sollte jeder, der Süßwassergarnelen pflegen will, seine Tiere ausreichend füttern. Futtertabletten, Flockenfutter oder spezielles Planktonfutter diverser Anbieter sind hierbei geeignete Mittel und in Ihrem ZOO & Co. Markt erhältlich. Manche Großarmgarnelen vergreifen sich auch an kleineren Fischen. Hier ist Vorsicht geboten.

Einige der Garnelenarten leben in Brackwasser. Ihre Larven wachsen im Meer auf, sodass ihre Zucht manchmal etwas schwierig bis unmöglich werden kann.  Dennoch sind diese beeindruckenden Tiere widerstandsfähige Wirbellose, die sich bei guten Haltungsbedingungen prächtig entwickeln und dem Aquarianer viel Freude bereiten können.

Die meisten Arten sind sehr tolerant, was die Wasseransprüche betrifft. Sie können bei 7 bis 28 °C gehalten werden. Auch der Toleranzbereich des pHWertes ist mit 5,5 bis 7,5 relativ groß. Jedoch hängen die Wasserwerte stark von der jeweiligen Art ab. Die Wasserhärte hingegen kann vernachlässigt werden. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff. Wird der Sauerstoffgehalt zu gering, so kränkeln die Tiere schnell. Also gehören gute Belüftung oder Filterung zu den Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Pflege. Gedämpftes Licht und viele Versteckmöglichkeiten, in denen sich die Tiere tagsüber aufhalten können, gehören ebenfalls zu diesen Voraussetzungen, damit sich die Garnelen wohlfühlen können.

Wie alle anderen Krustentiere auch entledigen sich Garnelen in der Wachstumsphase in regelmäßigen Abständen ihres zu klein gewordenen Panzers und bilden einen neuen. Dazu platzt der alte Panzer zwischen Cephalothorax und Hinterleib (Pleon) auf, und die Garnele befreit sich durch heftige Bewegungen. Diesen Vorgang nennt man auch Häutungsprozess. Da der Körper der Garnele zu dieser Zeit sehr weich und somit äußerst verwundbar ist, wird sie ein Versteck aufsuchen, um sich vor ihren Fressfeinden in Sicherheit zu bringen. Nach kurzer Zeit ist der neue Panzer ausgehärtet und die Garnele kann ihr normales Leben wieder aufnehmen.

Wer Fische mit Invertebraten zusammenhalten will, muss natürlich immer auf die Größenverhältnisse und Ernährungsvorlieben dieser Arten achten, sonst enden die unterlegenen Beteiligten als Futter der stärkeren Art. Bei Garnelen ist die Sachlage je nach Gruppe unterschiedlich zu beurteilen. Fächergarnelen kann man mit friedlichen Fischen, die nicht an ihre zarten Fangarme gehen und die Tiere ständig belästigen, problemlos halten. Die meisten Großarmgarnelen sind aber völlig ungeeignet, da sie geschickte und aktive Fischjäger sind, die jedes Becken leer räumen können. Nur wenige, kleinwüchsige Arten bilden in dieser Gruppe eine Ausnahme und sind somit „gesellschaftsfähig“. Bei den Zwerggarnelen ist die Situation naturgemäß umgekehrt, da enden die Garnelen schnell als willkommenes Lebendfutter für größere Fische. Bei den Kleinfischarten indes wird sich zumindest kaum Garnelennachwuchs einstellen können. Nur ganz wenige, hochproduktive Arten können sich in einem sehr dünn besetzten Becken neben friedlichen Fischen behaupten (z.B. N. Davidi). (cl)

Die 10 Gebote der Garnelenhaltung

 

  1. Sparsam füttern – „Manchmal ist weniger mehr“
    Auch für Garnelen gilt dieser Spruch. Lieber öfter am Tag kleine Mahlzeiten füttern als zu viel auf einmal. In der Ferienzeit braucht man gar nicht zu füttern. In dieser Zeit können Sie getrocknetes Eichen- oder Buchenlaub ins Aquarium geben, woran die Tiere dann oft wochenlang zu knabbern haben.
  2. Neue Pflanzen
    Viele Pflanzenarten werden gedüngt oder mit chemischen Mitteln behandelt. In einigen ist auch Kupfer enthalten, das auf die Garnelen selbst in kleinen Mengen tödlich wirken kann. Vor allem „No name“-Wasserpflanzen sollten nach dem Kauf mehrere Tage in einem separaten Behälter gewässert werden.
  3. Wasserwechsel
    Ein Wasserwechsel, insbesondere bei etwas kühlerem Wasser, hat auf Garnelen meist eine positive Wirkung. Die Tiere häuten und paaren sich oft nach dem Wasserwechsel. Der Bodengrund muss hingegen nicht immer sauber sein, da viele Arten – vor allem Junggarnelen – im Mulm ihre Nahrung finden.
  4. Detritus
    Einer der wichtigsten Bestandteile im Garnelenaquarium ist Detritus. Auf den sich zersetzenden Blättern befinden sich meistens Mikroorganismen oder auch Pilze und Bakterien, die von den Garnelen abgeweidet werden.
  5. Rückzugsmöglichkeiten
    Bieten Sie ihren Tieren eine Rückzugsmöglichkeit in Form von Höhlen oder Steinaufbauten. Viele Arten verstecken sich im natürlichen Habitat zwischen Steinen am Ufer oder unter Wurzeln. Besonders Großarmgarnelen sind bei hellem Licht sehr scheu.
  6. Startzahl
    Oft sind Garnelen Gruppen oder Schwarmtiere. Bei Zwerggarnelen sollten Sie mindestens mit 10–15 Tieren anfangen und auch Fächergarnelen mögen kleine Gruppen von 3–4 Tieren. Großarmgarnelen hingegen sollte man entweder als Pärchen oder im Harem halten. Ein Männchen mit 2–3 Weibchen ist meistens schon ausreichend.
  7. Eingewöhnung
    Geben Sie den Garnelen Zeit, um sich an die Temperatur und Wasserqualität stufenweise zu gewöhnen.
  8. Vergesellschaftung von Garnelenarten
    Nahe miteinander verwandte Arten können sich untereinander kreuzen und fertilen Nachwuchs zur Welt bringen. Dominante Arten wiederum unterdrücken andere weniger Wehrhafte.
  9. Nicht Überbelegen
    Zu große Populationen sind durch den häufigen Kontakt sehr hohem Stress ausgesetzt, was sich negativ auf diese auswirken und nicht selten zu deren Zusammenbruch führen kann. Auch die Fortpflanzung wird dadurch oft gedrosselt oder gar eingestellt.
  10. Dunkler Bodengrund
    Je dunkler der Bodengrund, desto leuchtender kommen die Farben der Garnelen zur Geltung. Außerdem fühlen sich die Tiere bei gedämmtem Licht wohler.
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