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Was sind endemische Cichliden? Die Verteilung der Arten auf unserem Planeten ist höchst unterschiedlich. Es gibt sogenannte Kosmopoliten wie z. B. den bekannten und wenig beliebten Fischparasiten Ichthyphtirius, der weltweit vorkommt, aber auch Arten, die nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet leben. Diese sogenannten endemisch vorkommenden Arten haben sich nicht weiter verbreitet und z. T. stark an ihren Lebensraum angepasst.

Warum sich einzelne Arten im Tier- und Pflanzenreich nicht weiter ausdehnen, kann verschiedene Ursachen haben: Starke Anpassung an bestimmte Biotope, lokale Hindernisse wie Flüsse, Gebirgszüge etc. oder klimatische Grenzen.
Ein gutes Beispiel aus der Aquaristik sind viele Cichlidenarten (Buntbarsche) aus den großen Grabenseen Ostafrikas (Viktoria-, Malawi- und Tanganjikasee). Seit mehreren 1000 Jahren haben sich in diesen gewaltigen Seen verschiedene Arten entwickelt, die nur hier vorkommen. Für Biologen sind diese Paradebeispiele der Evolution ein lebendes Studienobjekt, wie sich Arten entwickeln können. Zum Teil reichen schon ausgedehnte Sandzonen durch Zufluss eines Flusses, um Lebensräume komplett voneinander zu trennen, sodass sich Arten aufspalten können.

In die Schlagzeilen gekommen sind endemisch vorkommende Fischarten durch die gewaltige Umweltkatastrophe, die sich nach Eingriff des Menschen im Viktoriasee ereignet hat. Es wurden für eine effektivere Fischerei große und räuberisch lebende Nilbarsche (Lates niloticus), die dort nicht natürlich vorkommen, ausgesetzt. Ohne natürliche Feinde haben diese Fische sich rasant vermehrt und die kleineren, häufig endemisch vorkommenden Arten, reduziert oder sogar gänzlich zum Aussterben gebracht. Viele der Cichlidenarten des Viktoriasees existieren nur noch bei verantwortungsvollen Aquarianern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Arten wenigstens im Aquarium zu erhalten. Aber nicht nur für die Artenvielfalt des Sees war und ist der Nilbarsch (oder Viktoriabarsch, wie er in der Kühltheke der Supermärkte genannt wird) eine Katastrophe. Der Holzbedarf zur Weiterverarbeitung der großen Tiere ist viel höher als bei den kleineren, bisher befischten Arten, sodass ganze Landstriche ihr Aussehen verändert haben. Ob es für die dort wohnenden Menschen der richtige Schritt war, in das natürliche System einzugreifen, bleibt zweifelhaft, da die bisherige Form der Fischerei mit kleinen und preiswerten Booten betrieben werden konnte. Die großen Boote zum Fang der Nilbarsche können sich dort die wenigsten Menschen leisten.

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