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Sumpf- oder Wasserpflanzen Für Botaniker und Pflanzenliebhaber sind Aquarienpflanzen besonders interessante Pfleglinge im Aquarium und Paludarium. Oftmals wird für diese Pflanzengruppe auch der Begriff Wasserpflanzen verwendet. Das ist auch nicht verwunderlich, wachsen diese doch in unseren heimischen Wohnräumen permanent im Wasser. Schaut man aber mal zu den Naturstandorten in den Tropen und Subtropen, ergibt sich ein vollkommen anderes Bild.

Der botanische Begriff Wasserpflanze bezieht sich auf absolute Spezialisten, die sich im Laufe der Evolution als Landpflanze den Standort Wasser besiedelt haben. Der Großteil unserer bekannten Aquarienpflanzen sind aber Sumpfpflanzen mit besonderen Eigenschaften. Doch zuerst einmal ein Blick in die Evolution unseres Planeten.

Es begann im Urmeer. Cyanobakterien haben vor Jahrmilliarden die Fotosynthese entwickelt und als Abfallstoff entstand freier Sauerstoff. Vor 1,5 Milliarden Jahren entwickelten sich die ersten Algen im Wasser und eroberten die Ozeane. Vor 900–500 Millionen Jahren veränderte sich alles – Algen und Flechten eroberten das Land. Armleuchteralgen werden heute als gemeinsame Vorfahren der Landpflanzen wie Moose, Farne und Samenpflanzen angesehen.

Moospflanzen gehören wohl zu den ersten Landpflanzen überhaupt. Weitere Entwicklungsstufen bilden die Bärlappgewächse, Farne und Schachtelhalmgewächse. Die ersten Samenpflanzen tauchten vor ca. 350 Millionen von Jahren auf. Die höher entwickelten Blütenpflanzen entstanden in der Kreidezeit vor 140 Millionen Jahren.

Ein Teil dieser Landpflanzen hat sich den Standort Wasser zurückerobert. Die Vielfalt der Anpassung an das Süßwasser ist interessant und gibt auch Aufschluss über das Wuchsverhalten im Aquarium.

Wasserpflanzen...

...sind sozusagen die Endstufe der Anpassung an das nasse Element. Sie können ohne Wasser nicht überleben und würden bei Austrocknung des Gewässers absterben. Vallisneria, Cabomba und Egeria sind typische Vertreter dieser Gruppe und werden meist auch in den Tropen in Freilandkultur produziert. Das Gewebe dieser Pflanzen ist weich und biegsam. Die Blattstruktur ist oftmals stark gefiedert und filigran oder auch bandförmig wie bei den Vallisnerien. Ein Stützgewebe wie bei Landpflanzen ist bei diesen Pflanzen nicht vorhanden.

Sumpfpflanzen...

...bilden den Großteil der im Handel verfügbaren Gattungen und Arten. Diese haben sich an wechselnde Wasserstände angepasst und wachsen periodisch unter (submers) Wasser und über (emers) Wasser. Dabei sind die Merkmale einer Pflanze oft sehr unterschiedlich zwischen submersem und emersem Habitus. Auch die Farbe kann sich stark verändern und oftmals glaubt man sogar eine andere Pflanzenart zu sehen. Alternanthera, Hygrophila, Ludwigia und Bacopa sind hierfür gute Beispiele. Sie sind alle recht schnell wachsende Pflanzen mit dem Bestreben, aus dem Wasser herauszuwachsen. Dies kann man bei offenen Aquarien ohne Abdeckung schön beobachten – oftmals zeigen sich sogar Blüten an den Triebspitzen über dem Wasserspiegel.

Echinodorus, Cryptocoryne und Anubias sind Gattungen, die ebenfalls zur großen Gruppe der Sumpfpflanzen gehören. Innerhalb dieser Gattungen haben sich unterschiedliche Arten an das Leben unter Wasser angepasst. So gibt es Arten mit kurzen Perioden unter Wasser und Arten mit fast ständigem submersem Wachstum.

Sumpfige Überschwemmungsgebiete, Tümpel und Seen, Bäche und Flüsse sind die typischen Standorte für die Sumpfpflanzen in den Tropen und Subtropen. Eine bemerkenswerte Anpassung bilden dabei die Rheopythen. Diese besiedeln periodisch sehr stark strömende Gewässer, welche in der Trockenzeit nur sehr wenig Wasser führen, aber in der Regenzeit zum Teil tobende Wildwasser darstellen. Die meisten Pflanzen können hier nicht standhalten und würden weggeschwemmt werden. Die Rheophyten haben sich an derartige Standorte mit reißender Wasserströmung angepasst. Die Blätter sind hart und fest, meist schmal und stromlinienförmig. In der Regel werden Felsen und Steine besiedelt, aber auch geeignetes Wurzelholz. Daher wird auch manchmal der Begriff Aufsitzerpflanzen verwendet. Microsorum, Bolbitis und Anubias sind beliebte Gattungen mit derartigen Haftwurzeln. Aber auch neuere Gattungen wie die endemischen Bucephalandra oder Schismatoglottis aus Borneo zählen dazu. Gerade die vielen für die Aquaristik noch unbekannten Arten aus der Familie der Aronstabgewächse von Borneo werden in den nächsten Jahren wohl noch für den Pflanzenliebhaber von Interesse werden.

Die Pflege der Rheopyten ist im Aquarium nicht schwierig. Die meisten Arten wachsen auch gut im Aquarium ohne größere Strömung. Wichtig ist aber das Aufbinden auf Stein oder Wurzelholz – das entspricht ihrer Spezialisierung wie am Naturstandort. Das Aufbinden kann mit einer dünnen Angelschnur erfolgen oder man kauft sich bereits schon festgewachsene Pflanzen auf Deko-Steinen oder Deko-Wurzeln. Viele Arten wie Anubias oder Bucephalandra wachsen sehr langsam und sind daher besonders pflegeleicht. Auch der Javafarn Microsorum ist ein besonders pflegeleichter Rheophyt für jeden Anfänger in der Aquaristik. Aufgrund vielzähliger Wuchsformen gibt es auch kleinere Sorten wie Microsorum pteropus 'Petite', welche besonders gut für Nano Cubes geeignet sind. (ch)

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