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Lebensraum Korallenriff Vergleicht man die nahezu unendlichen Weiten der Weltmeere mit der Gesamtausdehnung aller Korallenriffe, so nehmen diese nur einen verschwindend kleinen Raum ein. In ihnen pulsiert das Leben aber in geradezu überschwänglicher Hülle und Fülle und man kann sie zu Recht als Oasen in den Wüsten der Meere bezeichnen.

Oberflächennahe Korallenriffe gibt es fast ausnahmslos in der Nähe tropischer Küstensäume. Das liegt daran, dass die für deren Aufbau verantwortlichen riffbildenden Organismen nur in wärmerem Wasser existieren können. Diese Zone bildet einen Gürtel rund um die Erde, welcher in etwa mit 30° nördlicher bzw. 30° südlicher Breite seine Begrenzung findet. Diese sich also in flachen „Untiefen“ befindenden Riffe lassen sich Tauchern und sogar Schnorchlern in ihrer vollen Schönheit erschließen.

Für uns Europäer sind die nächstgelegenen Unterwasserparadiese die Küstengebiete des Roten Meeres, die mit dem Flieger bereits in ungefähr vier Stunden Flugzeit erreicht werden können. Im Roten Meer existieren Korallenriffe bis in dessen nördliche Ausläufer, wie z. B. den Golf von Akaba, der mit Israel, Jordanien, Saudi-Arabien und Ägypten gleich vier Anrainerstaaten hat. Für viele deutsche Tauch-Touristen besitzt die ägyptische Rotmeerküste den größten Bekanntheitsgrad, nicht zuletzt aufgrund ihres unschlagbaren „Preis-Unterwassererlebnis-Verhältnisses“. Namen wie Scharm El-Scheich mit der kleinen Halbinsel Ras Mohammed am Südende des Golfes von Akaba oder das etwa 100 km weiter südlich an der Westküste des Roten Meeres gelegene Hurghada sowie das nochmals 200 km weiter südl. gelegene Marsa Alam lassen das Herz vieler Tauchfreunde höherschlagen.

Damit diese Küstenregionen ein Unterwasserparadies bleiben, ist es aber wichtig, dass alle Urlauber so gewissenhaft wie möglich mit den Naturschönheiten umgehen. Denn oft kommt es zu Schädigungen durch unvorsichtige Schnorchler und Taucher. Das Sichfesthalten an den fragilen Korallen, um z. B. nicht von der Meeresströmung abgetrieben zu werden, kann leicht zum Abbrechen von Teilen der empfindlichen Meeresorganismen führen. Ganz schlimm kommt es, wenn besonders unbedarfte oder ahnungslose Touristen bei Ebbe auf den Riffdächern Spaziergänge unternehmen und dabei alles platt treten, was Jahrhunderte zum Wachsen benötigt hat. Zwar sind diese Zerstörungen meist nur lokaler Natur, sie sind aber bei den immer weiter zunehmenden Urlauberströmen eine nicht zu unterschätzende Beeinträchtigung des Lebensraums.

Selbstverständlich sind Korallenriffe schon immer auch durch natürliche Katastrophen gefährdet. Hoher Süßwassereintrag durch Starkregen oder mechanische Schädigungen durch von Stürmen verursachten Wellengang können aber vom gesunden, lebendigen Riff seit jeher überlebt werden.

Korallenriff ist nicht gleich Korallenriff

Die Natur hat verschiedene Kategorien von Korallenriffen hervorgebracht. Als Beispiele seien die allgemein und im Roten Meer ganz besonders weit verbreiteten Saumriffe und andererseits die Barriereriffe (z. B. das Great Barrier Reef in Australien) oder die mehr oder weniger unabhängig von Küstenlinien entstandenen Plattformriffe genannt. Atolle wiederrum sind Ringe von Riffen, die eine Lagune umschließen, welche meist einst aus der Abtragung vulkanischer Inseln entstanden ist. Die Malediven sind so ein System aus zahlreichen Atollen. All diese Rifftypen haben ihre eigene, unterschiedliche und spannende Entstehungsgeschichte. Und wer gern in den Dolomiten oder den nördlichen Kalkalpen wandert, sollte sich ab und an klar machen, dass diese mächtigen Gesteinsformationen aus vor Jahrmillionen abgelagertem Korallenkalk bestehen, die durch Bewegungen der Erdkruste in die Höhe befördert wurden!

Erst vor wenigen Jahren wurde erkannt, dass auch in den Tiefen kühlerer Meere Korallenriffe existieren. Diese leuchten aber nur im Scheinwerferlicht in den schönsten Farben und Formen. Denn normalerweise sind sie im ewigen Dunkel der lichtfreien Zonen verborgen. Die riffbildenden Bewohner solcher Lebensräume ernähren sich fast ausschließlich von den in den Meeresströmungen herangetragenen Planktonorganismen. Tiefwasserriffe wachsen extrem langsam, weswegen sie durch menschliche Aktivitäten (z. B. Schleppnetze) besonders gefährdet sind. Ihre Größe bleibt weit hinter der Ausdehnung oberflächennaher Riffe zurück. Normalerweise befinden sie sich in mehreren Hundert Metern Tiefe. In norwegischen Fjorden reichen sie aber bis auf etwa 50 Meter unter die Wasseroberfläche herauf.

Aber was sind eigentlich Korallen? Noch vor ein paar Hundert Jahren glaubte kein Mensch den wenigen Gelehrten, die die These wagten, dass es sich bei diesen Lebewesen nicht um Pflanzen, sondern vielmehr um Tiere handele. Auch heute noch ist das vielen unserer Mitmenschen nicht bewusst. Kein Wunder, sind doch die meisten Korallen zeitlebens wie eine Pflanze festgewachsen und bewegen sich auf den ersten Blick nur durch die sie umgebende Wasserströmung. Der Energiebedarf von oberflächennahen Korallenriffen wird hauptsächlich durch den Lichteintrag gedeckt. Kleine einzellige Algen – sogenannte „Zooxanthellen“, die in den Korallenpolypen als Symbionten leben, nutzen Solarenergie schon seit Abermillionen von Jahren. Ihre Stoffwechselprodukte ernähren gleichzeitig auch ihren Wirt, die Koralle. Als Gegenleistung bekommen die Algenpartner freien Wohnraum und werden sogar von den Korallen mit bestimmten zum Überleben wichtigen Nährstoffen versorgt.

Korallenriffgenese – gut Ding will Weile haben ...

Den größten Anteil der tierischen Kalkablagerungen, die über Jahrtausende ein Riff bilden, haben die kleinpolypigen Steinkorallen (SPS). Sie bilden den Grundstein dieses komplexen Lebensraumes. Die Polypen dieser Nesseltiere scheiden mit Hilfe ihrer Algensymbionten ein Kalkskelett ab, welches als Behausung dient. Die Tierstöcke wachsen ähnlich wie die Torfmoose in einem Moor immer weiter nach oben. Die darunter absterbenden Bereiche werden langsam das Fundament für dieses Wunderwerk der Natur. Das Zusammenspiel der so entstehenden vielen unterschiedlichen Biotoptypen führt letztendlich zur bunten Welt des Korallenriffs, die auch für viele pelagische, also im offenen Meer lebende Fischarten die Kinderstube darstellt.

Mit Ausnahme der Blauen Koralle (Heliopora), die ebenso wie die Weichkorallen zu den achtstrahligen Blumentieren (Octocorallia) gezählt wird, tragen Weichkorallen sowie auch die zu den Hydrozoen gehörenden Millepora-Feuerkorallen allgemein nur zu einem kleinen Teil zum Riffaufbau bei. Sogar Organismen die überhaupt nicht dem Tierstamm der Nesseltiere angehören, wie z. B. Kalkrotalgen oder Moostierchen (Bryozoa), sind in geringerem Umfang an der Kalksynthese beteiligt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Sedimentteilchen und abgestorbene Korallenfragmente miteinander zu verkitten.

Meerwasseraquarianer sind zwar nur unwesentlich an der Gefährdung des Korallenlebensraumes beteiligt, sollten aber dennoch als gewissenhafte Hobbyisten mit gutem Beispiel vorangehen und durch ihr Einkaufsverhalten dafür Rechnung tragen, dass durch vernünftiges Management von Naturentnahmen und Förderung von Tiernachzuchten – sei es nun im Meer selbst oder in Aquarienanlagen – der eventuell durch sie entstehende Schaden in der Natur so klein wie möglich gehalten wird.

Wie faszinierend unsere Meerwasseraquarien heutzutage aussehen können, belegt das Foto des Fahnenbarsch- Harems (s. oben). Dieses knapp 2000 Liter fassende „Wohnzimmer-Korallenriff“ ahmt durch ausgereifte Technikkomponenten, synthetisch hergestelltes Meersalz und einige weitere Wasserzusatzstoffe, gepaart mit einer Portion Fingerspitzengefühl und Wissen, die Natur täuschend echt nach.

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