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Im Portrait - Der Aquarien-Klassiker aus Amazonien Scalare sind leicht zu erkennen. Scalare wirken anmutig und beeindrucken durch ihre ruhige Art. Doch Scalare benötigen auch viel Aufmerksamkeit von „ihren“ Menschen!

Latein. Name: Pterophyllum scalare

Scalare sind leicht zu erkennen. Scalare wirken anmutig und beeindrucken durch ihre ruhige Art. Doch Scalare benötigen auch viel Aufmerksamkeit von „ihren“ Menschen!

Man kann ihnen schwer widerstehen, doch sollte man bedenken, dass man nur halbwüchsige Tiere vor sich sieht! Wenn also überhaupt Scalare eingesetzt werden sollen, die ja eigentlich für kleinere Aquarium zu groß werden, dann muß man wissen, daß es nicht mehr möglich ist, zukünftig beispielsweise kleinere Neon - die man häufig im Zoofachhandel nicht ausgewachsen bekommt - zu ergänzen, weil diese sofort von den ausgewachsenen Scalaren mit Lebendfutter verwechselt und gefressen werden!

Scalare sind eigentlich keine Raubfische, fressen aber neben Mückenlarven u. a. Lebendfutter auch Fischbrut - wie fast alle Fische -. Wie viele groß werdende Fische, sind sie auch keine „Kostverächter, wenn es um kleinere Fische geht. Neu eingesetzte Fische reagieren immer nervös, sie flitzen unkontrolliert im Aquarium herum ehe sie sich zu einem Schwarm formieren oder sich dem Schwarm alteingesessener Fische angliedern und werden von anderen, größeren Fischen daher oft als Beutetiere angesehen. Hinzu kommt, daß erwachsene Scalare als brutpflegende Buntbarsche ausgeprägtes Revierverhalten zeigen und zusammenpassende Paare einen fortwährenden Kampf um ihr Revier mit verbleibenden Artgenossen führen. Sensible Fische wie Neons oder auch Rotkopfsalmler fühlen sich durch die ständige Unruhe in ihrem Wohlbefinden stark beeinträchtigt.

Tolles Brutpflegeverhalten

Scalare betreiben Brutpflege. Es bilden sich aus einer Gruppe von Tieren zusammenpassende Paare, die ihr Revier heftig gegen Mitinsassen verteidigen und meistens lebenslang zusammen bleiben. Wenn die Beckengröße nicht entspricht, so daß Ausweichmöglichkeiten oder die Gelegenheit mehrere Reviere zu bilden besteht, kommt es zu bösen "Raufereien" denen letztendlich schwächere Tiere sogar unterliegen. Alle Scalare-Arten benötigen ausreichend große Aquarien, die gut bepflanzt sind und genügend Reviermöglichkeiten bieten. Sie benötigen abwechslungsreiches Futter, es ist unerläßlich zusätzlich Lebendfutter anzubieten. Auch tiefgekühltes Futter wird von den Fischen gerne angenommen. Die Wassertemperatur sollte zwischen 26 und 28 Grad Celsius betragen. Da Geschlechtsunterschiede - außer bei ablaichfähigen, erwachsenen Tieren (an der Genitalpapille) - kaum festzustellen sind (Männchen entwickeln oft einen deutlichen Stirnbuckel), wählt man passende Paare aus einer größeren Gruppe von Jungfischen aus, wenn sich erkennen läßt, daß sich zwei Exemplare aus dieser absondern und miteinander harmonieren. Die Aquariumgröße spielt hier eine bedeutende Rolle.

Werden mehrere Reviere gebildet, kann man beobachten, daß die Reviergrenzen absolut eingehalten werden, man droht sich gegenseitig - nähert sich ein Scalare dem Revier eines brutpflegenden oder ablaichwilligen Paares - und verfolgt Eindringlinge bis zur Reviergrenze. Für zwei Paare ist sicherlich mindestens eine Aquariumgrundfläche von 150 x 60 cm nötig. Ein Pärchen Scalare kann bis zu 1000 Eier legen und bei günstigen Wasserverhältnissen auch annähernd soviel Jungfische aufziehen. Damit die Eier nicht verpilzen, sollte das Wasser im Zuchtbecken nur eine sehr geringe Härte und einen Leitwert um 150 bis 250 Microsiemens aufweisen.

Entspricht die Wasserqualität, werden Pflanzenblätter (vornehmlich großblättriger Arten wie Echinodorus) oder auch Einrichtungsgegenstände (Steine, Wurzeln etc.) und Glasscheiben von den ablaichwilligen Partnern gemeinsam geputzt. Anschließend wird der Laich vom Weibchen abgesetzt und sofort vom Männchen befruchtet. Die klebrigen Eier haften auf der Unterlage. Das Gelege wird von beiden Elterntieren bewacht und mit den Brustflossen "befächelt", damit es ständig von sauerstoffreichem Wasser umspült wird. Verpilzte oder unbefruchtete Eier werden aus dem Gelege entfernt und aufgefressen. Junge Paare einigen sich oft nicht über die Brutpflege und fressen ihre Eier - aber auch die Jungbrut - gelegentlich auf. Mit Sicherheit spielt hier auch eine gewisse "Degenerationserscheinung" durch Überzüchtung eine große Rolle. Es ist auch bekannt, daß zwei Weibchen miteinander "ablaichen", ein Weibchen „spielt dabei das Männchen und befruchtet scheinbar die abgelegten Eier des anderen Weibchens. Da die Gelege aber unbefruchtet sind, verpilzen sie schnell und werden meistens aufgefressen. Dieses "Scheinlaichen" ist oft dort zu beobachten, wo sich passende Partner nicht finden lassen oder gar nur Weibchen vorhanden sind.

Ein Trick fördert das Instinktverhalten

Um den Brutpflegeinstinkt eines Pärchens aufrechtzuerhalten, empfiehlt sich, eine friedfertige Fischart zu vergesellschaften. Sehr gut eignen sich Ancistrus dolichopterus, die auch noch Algen fressen und so für zusätzliche Sauberkeit sorgen. Das Interesse an der Brutpflege wird durch diese vermeintlichen Feinde des Geleges bei den Elterntieren aufrechterhalten, die sonst manchmal ihr eigenes Gelege fressen. Wenn die Jungfische einige Tage freischwimmen, sollte man sie sofort in ein eigenes Aufzuchtbecken umsetzen, falls zu erkennen ist, daß das Interesse der Elterntiere an der Brutpflege abnimmt. Im günstigen Falle werden die Jungfische von den Elterntieren geführt und im Aquarium bewacht. Vor dem Ansetzen eines Zuchtpaares ist unbedingt zu klären, wo die Jungfische später untergebracht werden können! Es muß feststehen, daß der Nachzuchtsegen vollständig an andere Liebhaber oder auch an uns abgegeben werden kann. Erst dann zu klären, wer die Jungfische übernehmen kann, wenn sie bereits im Aquarium schwimmen, ist verantwortungslos!

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