Viele Beine, viele Arten Für die einen eklig und als Haustier undenkbar, für die anderen eines der faszinierendsten Terrarientiere überhaupt: Tausendfüßer sind pflegeleicht und spannend zu beobachten.

Gesellig und friedlich, kann man sie gut zu mehreren hüten; bis auf manche Ausnahmen sind Tausendfüßer Vegetarier und recht anspruchslos in Sachen Ernährung. Terrarianer begeistern sich vor allem für tropische Arten wie beispielsweise den tropischen Tausendfüßer Spirostreptus gregorius.
Tausendfüßer gibt es fast überall auf der Welt - aber nirgends zählen die Krabbeltiere wirklich tausend Beinchen. Noch sind zwar längst nicht alle Varianten entdeckt, immer wieder kommen neue hinzu; aber die bisher mehr als 13 000 bekannten verschiedenen Tausendfüßer-Arten haben zwischen acht und höchstens 340 Beinpaare, also 680 Beine. Mit einer Ausnahme: Auf stolze 750 Beine brachte es ein Exemplar der Art Illacme plenipes, die 1926 in Kalifornien entdeckt wurde.Ob tausend oder nicht - immer noch eine ganze Menge Gliedmaßen, die dafür sorgen, dass viele Menschen sich angesichts von Tausendfüßern schütteln und entsetzt "Brrrrrrrr!" oder "Iiiiiiih!" rufen. Es gibt aber auch immer mehr Terrarianer, die sich für die Haltung von "Myriapoda" absolut begeistern können. Nicht zuletzt, weil es sich bei den Tieren zum Teil um sehr alte Arten handelt. Die Doppelfüßer etwa müssen schon vor gut 400 Millionen Jahren gelebt haben, wie Versteinerungen zeigen.

Tausendfüßer sind Tracheentiere; das bedeutet, dass sie als Atmungsorgane Tracheen besitzen, winzige Kanäle im Gewebe, die die Versorgung der Lebewesen mit Luft übernehmen. Sie ernähren sich vielfach von abgestorbenen, verrotteten Pflanzen und Bäumen und übernehmen dadurch, ähnlich dem Regenwurm, im natürlichen biologischen Kreislauf des Bodens eine wichtige Funktion. Man unterscheidet bei Tausendfüßern zwischen Hundertfüßern (Chilopoda - ein gutes Beispiel sind die Braunen Steinläufer, die in unseren Breiten häufig in der Natur vorkommen), Wenigfüßern (Pauropoda - sie haben nur neun bis elf Beinpaare), Zwergfüßern (Symphyla, nur zwölf Beinpaare) und Doppelfüßern (Diplopoda). Ihre Körper setzen sich aus Segmenten zusammen, wobei jedes Segment über ein Paar Beinchen verfügt - bis auf die Doppelfüßer, bei denen ab dem fünften Segment jeweils zwei Laufbeinpaare pro Segment die Fortbewegung übernehmen. Manche Tausendfüßerarten sind blind; andere wiederum verfügen auf beiden Seiten über mehrere Einzelaugen.

Im Terrarium sind Tausendfüßer vor Feinden sicher, aber natürlich haben sie in freier Wildbahn trotz ihres Panzers genügend Kontrahenten. Vor allem auf dem Speiseplan von Vögeln und Reptilien dürfen sie nicht fehlen. Deshalb haben manche Exemplare einen äußerst wirkungsvollen Schutz entwickelt: Sie setzen auf chemische Abwehrstoffe, die sie versprühen. Beim "Bandfüßer" handelt es sich dabei sogar um hochgiftige Blausäure!

Wer im Terrarium Nachwuchs züchtet, wird je nach Tausendfüßer-Art interessante Varianten zu sehen bekommen, denn es gibt unterschiedliche Entwicklungsformen. Entweder die Tiere schlüpfen bereits in ihrer fertigen Form - also mit allen Segmenten und Beinchen - aus dem Ei. Oder aber, die Larven verfügen zunächst über wenige Segmente und Beine, um dann nach und nach zu wachsen, sich zu häuten und jeweils weitere Körpersegmente zu bilden, bis die endgültige Zahl erreicht ist. Generell gilt, dass alle Tausendfüßler Landbewohner sind - und damit im Terrarium gut aufgehoben. Allerdings brauchen sie eine gewisse Feuchtigkeit. Als Tausendfüßer-Heim eignen sich gut abgesicherte und abgedeckte Spinnenterrarien, aber auch Aquarien. Sie werden mit bis zu 25 Zentimetern Substrat gefüllt und mehrmals in der Woche besprüht, um ein ausgeglichenes, feuchtes Klima von 23 bis 28 Grad Celsius zu gewährleisten. Wärmematten eignen sich eher nicht, weil das Substrat dadurch schnell austrocknen kann. Als Wärmequelle empfiehlt sich stattdessen eine kleine Halogenlampe, um die entsprechende Temperatur konstant halten zu können.

Ansonsten aber ist Beleuchtung im Falle von Tausendfüßern kein besonders wichtiges Thema: Die nachtaktiven Tiere bevorzugen es, sich bei Tag unter Steinen, Laub und Hölzern zu verstecken, der normale Tag-Nacht-Rhythmus im Zimmer reicht also aus. Und der Speiseplan? Obst und Gemüse wie etwa Äpfel, Champignon-Stückchen und Gurken werden gerne genommen. Ein bisschen Fischfutter sorgt dafür, dass die Tiere mit Proteinen für ihre Panzer versorgt werden. 

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