Gartenteichfische im Winter
Durch die Dichte-Anomalie des Wassers hat Wasser bei einer Temperatur von 4°C seine größte Dichte und sinkt nach unten. Die oberen Wasserschichten sind somit kälter und bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt entsteht auf dem Teich eine Eisschicht, die den darunter liegenden Wasserkörper isoliert. Ohne diese Dichte-Anomalie würden Gewässer von unten nach oben zufrieren, und das Leben auf unserem Planeten hätte sich gar nicht erst entwickeln können.
Was passiert in unseren Gartenteichen, wenn der Teich zufriert? Ganz wichtig: Löcher in das Eis hacken oder eine Pumpe zur Belüftung und Wasserumwälzung laufen lassen ist sehr schädlich. Das Aufhacken der Eisschicht erschreckt die Lebewesen in der Winterruhe, die durch die Störung sehr viel wertvolle Energie verbrauchen. Die Umwälzung oder Durchlüftung des Wassers zerstört auch die natürliche Temperaturschichtung, und der Teich kühlt zu stark aus. Fische gehören zu den wechselwarmen Lebewesen und passen den Stoffwechsel der Umgebungstemperatur an.
Bei einem Absinken der Temperatur im Winter verlangsamen sich alle Körperfunktionen, bis die Fische scheinbar apathisch an der „wärmsten“ Stelle am Boden des Gartenteiches liegen. Der Stoffwechsel ist derart langsam, dass z. B. das Herz eines Koi nur einmal pro Minute schlägt. Stark verlangsamt sind auch die anderen biologischen Abläufe und die chemischen Reaktionen im Gartenteich. Bei einigen Teichen kommt es vor, dass Fische oben an der Eisschicht anfrieren. Wie kann das passieren? Am Boden des Gartenteiches findet man fast immer eine Sedimentschicht aus organischen (ca. 80 %) und anorganischen (20 %) Stoffen. Der mikrobiologische Abbau der organischen Sedimentkomponente verbraucht Sauerstoff am Grund des Teiches, wodurch die oberen und kälteren Wasserschichten mehr Sauerstoff enthalten. Diesem Konzentrationsunterschied folgen die in der Winterruhe unten am Grund liegenden Fische und steigen sehr langsam nach oben. Oben angekommen können sie mit dem Rücken an der Eisdecke anfrieren und können sich nicht mehr befreien. Im Frühjahr, wenn das Eis schmilzt, erkennt man diese Fische an den großflächigen Verletzungen am Rücken und nachfolgenden Verpilzungen.


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