Die Weißpünktchenkrankheit mit gefährlicher Variante
Aquarianern etwas über den Erreger der Weißpünktchenkrankheit erzählen zu wollen hieße Eulen nach Athen zu tragen. Dieser auf der ganzen Welt verbreitete Parasit ist ein echter Klassiker und hat schon Generationen von Aquarianern bzw. deren Fische geärgert. Ichthyopthirius (lateinisch für „die Fischlaus mit den vielen Nachkommen“) ist auch ohne Mikroskop an den weißlichen Knötchen auf der Fischhaut gut zu erkennen und bei einem starken Befall sehen die Fische aus wie mit Puderzucker überzogen.
Die Stadien auf der Haut ernähren sich von Schleim, Gewebe und Blut des Fisches und fallen nach ca. 3-4 Tagen ab, um auf dem Boden in einer gallertartigen Hülle in ein Teilungsstadium über zu gehen. Nach 24 Stunden öffnet sich dieses Stadium und bis zu 1024 Schwärmer suchen sich einen neuen Fisch als Wirt. Die bisher verwendeten Medikamente auf Malachitgrünoxalatbasis haben diese Schwärmer höchst wirksam bekämpfen können. Ichthyo wie die Aquarianer den Erreger liebevoll nennen, war so bei rechtzeitiger Behandlung nie ein großes Problem aber seit ca. 4 Jahren ist erst vereinzelt und danach verstärkt eine Erregerform aufgetreten, die mit den bisherigen Präparaten nicht zu stoppen war. Einzig die „Temperaturmethode“ – eine dauerhafte Wassertemperatur über 30°C (statt 27,8 °C bei der bisherigen Variante) – hat noch den gewünschten Erfolg gebracht. Warum dieser neue Ichthyo, der sich mikroskopisch nicht unterscheidet, sowohl bei der Temperaturmethode als auch der medikamentösen Anwendung so widerstandsfähig ist, weiß niemand.
Für Aquarianer gibt es aber Hoffnung durch zwei neuartige Behandlungsmethoden:
1. Protazol von sera ist ein von den Parasitologen der Universität Düsseldorf entwickeltes Präparat, welches einen guten therapeutischen Effekt aufweist.
2. Eine Kombination von Präparaten aus dem Hause JBL nämlich Punktol (halbe Dosierung) und Oodinol (halbe Dosierung) ist ebenfalls sehr gut wirksam.
Die Temperatur sollte bei jeder Behandlung angehoben werden, da dadurch der Stoffwechsel der Parasiten angekurbelt wird, diese synchronisiert vom Fischstadium in das Bodenstadium übergehen und die Wirkstoffe besser aufnehmen.




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