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Die Mongolische Rennmaus

Bei der Mongolischen Rennmaus ist der Name Programm: Ihre Herkunft liegt in der Mongolei. Und das „Rennen“ liegt ihr im Blut. Auf Nahrungssuche legen sie täglich Strecken um die 1,5 km zurück. Es sind bei Nahrungsknappheit vereinzelt schon zurückgelegte Entfernungen von 40 oder 50 km aufgezeichnet worden.


Dokumentiert wurde das Vorkommen  der Mongolischen Rennmaus das erste Mal vom französischen Biologen Pater Abbé David. Er beschrieb sie wenig schmeichelhaft als „gelbe Ratten mit langen haarigen Schwänzen“. Die erste Zucht gelang Anfang des 21. Jahrhunderts in Japan. Einige dieser Zuchtpaare gelangten in die USA und von dort dann nach Europa. Diese Rennmäuse sind wahrscheinlich die Stammväter der meisten heute bei uns lebenden Rennmäuse.

In ihrer Heimat ist die Rennmaus einem extremen Klima ausgesetzt. Die Temperaturen schwanken im Laufe des Jahres sehr stark. Fast arktische Winter sind normal, sodass in der Wüste Gobi noch bis April Schnee liegen kann. Im Winter sinkt die Temperatur auf durchschnittlich -25°C, im Sommer sind es 20°C. Auch die Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht sind extrem hoch und können bis zu 32°C erreichen.

Der bevorzugte Lebensraum der Mongolischen Rennmaus sind Steppen, Halbwüsten, Wüsten und Grasländer. Auf Flächen, die als Weideland oder zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden, oder auf Sandböden, die mit Gras, Kräutern und Sträuchern bewachsen sind, fühlt sie sich wohl – findet sie dort doch ausreichend Nahrung. Anpassen kann sie sich auch an leicht felsige Lebensräume oder feuchte Gebiete. Auch in Gegenden, in denen Menschen leben, ist sie häufig anzutreffen. So ist es nicht erstaunlich, dass im Osten der Mongolei 36 Prozent der Nagetiere, die auf Bauernhöfen leben, Mongolische Rennmäuse sind. Als reine Pflanzenfresser leben sie dort häufig in Abfallhaufen, die ihnen Nahrung bieten.

Die Mongolische Rennmaus: Experte für Vorratshaltung

Im Winter wird die Nahrungssuche bei gefrorenen Böden und kargem Nahrungsangebot schwer, so dass die Mongolische Rennmaus ein Experte für die Bevorratung mit Nahrung ist. Dazu nutzt sie am liebsten die Samen verschiedener Pflanzen wie Buchweizen, Weizen, Hirse oder Hafer. Dabei vollbringen die kleinen Nager Erstaunliches: Mehrere Kilo Buchweizensamen wurden in einem Bau gefunden. Wenn man bedenkt, dass eine Maus nur wenige Gramm wiegt, wird diese Leistung umso bewundernswerter. Etwa von September bis März sind die Vorratskammern gefüllt, in der wärmeren Jahreszeit von April bis August sind sie leer. Am Anlegen der Vorräte beteiligen sich alle Tiere des Baus, Männchen und Weibchen, junge und alte Tiere.

My home is my castle

Mongolische Rennmäuse leben in unterirdischen Gängen und Höhlen. Dabei dient ihnen der Bau als Schutz vor extremen Temperaturen, vor Regen und Schnee oder einfach vor Fressfeinden wie dem Uhu oder dem Steppeniltis. Die durchschnittliche Länge des Baus beträgt fünf bis sechs Meter, kann aber auch 14 m erreichen. Die verschiedenen Eingänge des Baus öffnen sich waagerecht oder schräg zur Erdoberfläche. Zentrale Orte des Baus sind die Nestkammer und die Vorratskammern. Die Nestkammern liegen in Sommer und Winter unterschiedlich tief in der Erde: im Sommer in einer Tiefe von etwa 40 cm, im Winter zum Schutz bei 110 bis 150 cm. Die Gänge sind etwa 4cm breit. Die Nesthöhle ist 15 bis 40 cm lang und 13 bis 20 cm breit. Je nachdem, was die Mäuse in der Umgebung finden ist die Höhle eingerichtet mit Blättern, Sprossen, Gräsern, Haaren und Federn.

Die Mongolische Rennmaus ist tag- und nachtaktiv.  Im Sommer vermeidet sie es in der Mittagszeit aktiv zu sein. Im Winter verlegt sie ihre Aktivitäten vermehrt auf den Tag, außerdem kann man beobachten, dass sie nur an verhältnismäßig warmen Tagen an die Erdoberfläche kommt. Ist das Wetter schlecht, bleibt sie im Bau und ernährt sich von den Vorräten. Am aktivsten ist die Mongolische Rennmaus in der Fortpflanzungszeit und zum Eintragen der Vorräte für den Winter. Sie ist ein echter „Familienmensch“. In einem Sozialverband leben mit den Eltern zwei bis drei Nachwuchsgenerationen. Fremde Artgenossen werden zwar aus dem Bau verjagt, die Mongolische Rennmaus gilt aber im Vergleich zu anderen Rennmäusen als sehr gesellig und duldsam.

Von Februar bis September ist die Fortpflanzungszeit der Mongolischen Rennmaus. In einem Jahr kann ein Weibchen bis zu drei Würfe zur Welt bringen. Es kann so auch gut sein, dass die Jungtiere des ersten Wurfes im Geburtsjahr schon mit der Fortpflanzung beginnen. Nach etwa 30 Tagen bringt das Weibchen durchschnittlich sechs Jungtiere zur Welt. Die Kleinen sind Nesthocker und werden nackt, rosafarben und mit geschlossenen Augen und Ohren geboren. Nestbau und Pflege der Jungtiere übernehmen Weibchen und Männchen gemeinsam. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Mongolischen Rennmaus liegt in der Natur bei etwa drei bis vier Monaten. In Gefangenschaft kann sie drei bis vier Jahre alt werden.

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