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Wasserschnecken – ganz besondere „Haus-Tiere“ Für Hobbygärtner sind sie eine verfressene Plage, die zu teils gruseligen Mordphantasien anregen – Schnecken. Ihre exotischen Artgenossen, nämlich Wasserschnecken, sind für Aquarianer dagegen lohnende Heimtiere, die sogar ihr eigenes Haus beim Einzug mitbringen. Und Algen sind ausdrücklich erlaubt, denn die Weichtiere lieben das Grünfutter, das in einem für sie artgerecht eingerichteten Aquarium nicht fehlen darf. In einem solchen sind die Schönheiten dank ihrer schillernden, teils skurril geformten Gehäuse ein faszinierender Blickfang...

Ob Zebrarennschnecke mit gelb-schwarzen Streifen, Orange Treck im Marienkäfer-Look, Teufelshörnchen mit stachelförmigen Gehäuseerweiterungen, Kleine Posthornschnecke mit rosa Perlmuttglanz oder Raubschnecke mit elegant gestreiftem länglichem Gehäuse, so vielfältig die mehr als 100 Arten aus mindestens 40 Gattungen sind, so verschieden sind auch ihre Haltungsbedingungen. Doch werden einige Hinweise beachtet, hat der Schnecken-Liebhaber viel Spaß an seinen ganz besonderen „Haus-Tieren“, die je nach Art zwischen 4 mm und 15 cm groß werden können. Imposante Tiere wie zum Beispiel die bis zu 12 cm große Perlhuhnschnecke (Tylomelania patriarchalis) oder die Große Apfelschnecke (Pomacea haustrum) haben ihren Ursprung eher in den Tropen und Subtropen. Sie sind größtenteils recht spezialisiert, was ihr Menü angeht, zum Teil aber auch nützliche und „anspruchslose“ Algen-, Pflanzen- und Futterrestevertilger.

Anentome helena – Eine Schnecken fressende Raubschnecke

Wählerischer sind dagegen sogenannte Raubschnecken, wie die fleischfressende Süßwasserschnecke Anentome helena (gehört zur Überfamilie Buccinoidea – Fleischfresser), die auf der Futtersuche auch vor größeren Artgenossen und Gelegen anderer Schnecken nicht zurückschreckt, nur andere Vertreter von Anentome helena sind sicher. Um ihre Mahlzeit per Geruch aufzuspüren, fährt die Raubschnecke unter ihrem Gehäuse eine rohrförmige Ausstülpung aus, die aus dem Weichmaterial ihres Körpers gebildet ist. Entweder sie verfolgt ihre Opfer oder lauert diesen auf, indem sie sich im Sand vergräbt und ihr Ortungsrohr – einem Periskop gleich – aus der Deckung schiebt. Zum Fressen steht ihr ein zweites „Rohr“ zur Verfügung: Mit diesem saugt sie ihre Beute aus. Die Raubturmdeckelschnecke ist ca. 1,5 bis 3 cm groß und hat ein lang gezogenes, gerilltes und braun-beige gestreiftes oder einfarbig braun bis rostrotes Gehäuse.

Die Weibchen verkleben schon wenige Tage nach der Befruchtung durch die Männchen ihre ersten Eier auf hartem Substrat. Der „Kannibalen-Nachwuchs“ schlüpft je nach Temperatur zwei bis sechs Wochen später, eventuell auch als „Einzelkind“, denn oft besteht das Gelege der Raubschnecke aus nur einem Ei. Anentome helena bewohnt in ihrer tropischen Heimat schnell fließende Flüsse und schlammige Uferbereiche. Daher kann sie auf hartem und weichem Substrat gehalten werden. Ihr Aquarium sollte mindestens 12 Liter Wasser fassen, das einen pH-Wert von 6,5 bis 8,5 und eine Temperatur von 20 bis 30 °C haben sollte.

Für ein Gesellschaftsbecken ist die Raubschnecke trotz ihres Speisezettels geeignet – bei der richtigen Wahl ihrer Mitbewohner. Infrage kommen Zwerggarnelen und einige Fischarten, wie Schwanzfleck- und Perlhuhnbärbling, Sichelfleckpanzerwels, Schwarzschwingelbeilbauch oder Schmetterlingsschmerle.

Generell sollte darauf geachtet werden, dass keine Steine mit scharfen Kanten im Aquarium liegen und Steine sowie Deko weit genug auseinander platziert werden, damit die Weichtiere auf ihrem gemächlichen Weg durch das Minibiotop mit ihrem „Wohnwagen“ nicht steckenbleiben.

Raspelzunge & nachwachsende Zähne

Reine Nutzschnecken halten das Aquarium sauber, indem sie sich von Algen und vermoderndem Pflanzenmaterial ernähren. Um ihr Futter „ernten“ zu können, steht den Wasserschnecken ausgefeiltes Werkzeug zur Verfügung, nämlich nach innen gerichtete Zahnreihen auf einer Raspelzunge, der sogenannten Radula. Die schwer beanspruchten Zähne werden regelmäßig erneuert, die abgenutzten Zahnreihen dann abgestoßen. So ist gewährleistet, dass die Schnecke auch im hohen Alter von zehn Jahren (so alt kann z. B. die Spitze Turmdeckelschnecke, Viviparus contectus, werden) noch fleißig raspeln kann.

Unter dem Schneckengehäuse, das aus Kalkmaterial besteht und durch Abscheidungen aus dem Körpermantel gebildet wird, ragen – je nach Art in unterschiedlichem Ausmaß – der sogenannte Fuß sowie der Kopf mit Augen und zwei oder vier Fühlern (Tentakeln) heraus. Fühlt sich die Schnecke wohl, betastet sie mit den Tentakeln eifrig ihre Umgebung, während sie sich durch Muskelkontraktionen ihres Fußes im Schneckentempo fortbewegt. Über sogenannte Mechanorezeptoren an den Tentakeln kann sie Druck- und Temperaturveränderungen sowie magnetische und elektrostatische Felder wahrnehmen. Die meisten Arten können, nachdem sie sich bei Gefahr in ihr Haus zurückgezogen haben, dieses mit einem Deckel (Operculum) aus Kalk und Conchin verschließen. Mit seinen Grubenaugen kann das Tier Hell und Dunkel voneinander unterscheiden und in verschiedene Richtungen schauen.

Tipp

Für Wasserschnecken stellen Aquarienscheiben kein Hindernis dar. Um ein Entkommen aus dem nassen Element zu verhindern, sollte das Becken oben gut abgedeckt sein. Und auch Aussparungen für den Anschluss von Beleuchtung und Filter sollten verstopft werden. Fans von Nano-Aquarien sollten geschlossene Beckenvarianten bevorzugen.

Buchtipp

Eine sehr gute Einführung in das Thema geben Alexandra Behrendt und Chris Lukhaup in ihrem Buch „Schnecken fürs Aquarium“, GU Gräfe und Unzer Verlag, München 2009, ISBN 978-3-8338-1521-8, € 7,90.

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